Fußball und Fankultur auf Sardinien

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Olbia Calcio 0:3 US Alessandria

15.09.2019 / Serie C / 4. Spieltag

Stadio Bruno Nespoli 

Zuschauer: 893

Olbia - Italien 

Alessandria Calcio Wappen Logo

Italiener sind Fußballverrückt. Sie schauen sich stundenlang Spielanalysen im Fernsehen an und/oder lesen gespannt die traditionell rosafarbene Gazetta dello Sport. Sardinier bezeichnen sich zwar nicht gern als Italiener, aber der Fußballverrücktheit ihrer Festlandkollegen stehen sie in Nichts nach. In diesem Bericht soll neben dem oben genannten Spiel auch die sardische Fußball- und Fankultur beleuchtet werden.

Eine Auswahl an Fußballvereinen auf Sardinien

Cagliari Calcio Logo
Egal welche Stadt ich besuchte, ob Alghero im Westen, Nuoro in den Bergen oder Palau im Norden, immer trug irgendjemand ein Shirt von Cagliari Calcio. Die rossoblu, die rot-blauen, sind das einzige Serie A Team und waren der erste italienische Meister südlich von Rom. Etwa 70.000 Menschen sahen 1970 den Gewinn des Meistertitels, das waren etwa 15-20.000 mehr als offiziell ins Stadion durften. Trotz der sportlichen Misere der 80er Jahre ist und bleibt Cagliari der beliebteste Verein der Insel.

Leider läuft es mit den Stadionplänen nicht so gut wie mit der Symphatie. Das wunderschöne Sant Elia Stadion hat leider schon lange keine Zulassung mehr. Man versuchte sich mit Stahlrohrtribünen innerhalb des alten Stadions auszuhelfen, aber auch das verweigerten die Sicherheitsbehörden nach einiger Zeit. Der Konflikt zwischen Verein und Behörden gipfelte sich sogar so weit zu, dass Cagliari eine Saison am anderen Ende des Landes, in Triest, spielte. Aktuell spielt die Mannschaft wieder in Cagliari. Auf einem Parkplatz neben den Sant Elia wurde ein provisorisches Stadion, der sogenannten Sardegna Arena, aus Stahlrohrtribünen gebaut.

Torres Sassari Calcio Logo

Wie ein gallisches Dorf, nur verpackt als zweitgrößte Stadt der Insel, kommt Sassari daher. Der dort ansässige Verein namens Torres gilt als größter Rivale von Cagliari. Leider nicht aus sportlicher Sicht, da man weit abgeschlagen in der Serie D spielt. Wie fast jeder italienische Club, wurde auch Torres aus finanziellen Gründen neugegründet: 1991, 2006 und nochmals 2008. So durchlebte man eine ordentliche Talfahrt von der Serie C in die 7. Promozione, aus welcher man sich langsam wieder erholt. Warum Torres das gallische Dorf ist, erfahrt ihr etwas später.

 Der heutige Gastgeber Olbia Calcio ist sportlich aktuell die zweite Macht auf Sardinien. Eingeteilt in die Serie C – Staffel A, spielt man als einziger Insulaner Verein mit den nordwestlichen Teams um die Punkte. Eine klassische Fahrstuhlmannschaft zwischen 3. und 4. Liga. Wie selbstverständlich für den italienischen Fußball wurde auch dieser Verein schon einmal neugegründet, dennoch gehen die Wurzeln bis ins Jahr 1905 zurück.

Etwas mehr sardische Teams findet man in der viertklassigen Serie D – Gruppe G. Neben den bereits erwähnten Torres Sassari, sind noch folgende Teams am Start:

 

Arzachena Calcio: Seit vielen Jahren Stammgast in der Serie D. Der Verein wurde erst 2019 aufgelöst, aber fast im selben Atemzug von Gabriele Volpi, dem Vereinsboss von Spezia, neu gegründet.

 

Budoni Calcio: Unscheinbarer Verein aus der Touristenhochburg San Teodoro.

 

ASD Lunasei Calcio: Hübsches Städtchen am Berghang, dessen Verein sich in der vierten Liga etabliert.

 

US Latte Dolce: Kann ein Verein italienischer klingen? Latte Dolce ist ein Stadtteil in Sassari. Der Verein spielt ausschließlich mit jungen Spielern aus dem nahen Umfeld des Stadtteils.

Arzachena Calcio Logo
Arzachena Calcio
Budoni Calcio Logo
Budoni Calcio
ASD Lunasei Calcio Logo
ASD Lunasei Calcio
US Latte Dolce Sassari Logo
US Latte Dolce

Nuoro Nuororese Calcio Logo

Leider nur noch fünftklassig spielt Nuorese Calcio aus dem Jahr 1930. Von den Erfolgen der früheren C2 Liga ist man leider weit entfernt, aber dennoch ein bedeutender Verein in Sardinien mit größerer Anhängerschaft. Deren Stadion Franco Frogheri liegt mitten im Herzen der Stadt und kann als kleines Schmuckstück bezeichnet werden.

US Tempio Logo

Ähnlich ergeht es U.S. Tempio. 2008 für Bankrott erklärt, spielen die "Hähne" heute nur noch im Amateurbereich unterhalb der vierten Liga. Dennoch spielt Tempio in der Fanlandschaft eine wichtige Rolle. Mit einer Kapazität von ca. 11.000 fast das Stadio Nino Manconi fast die kompletten Einwohner der Stadt Tempio Pausania.

Dafür oder Dagegen - Fußballfans auf Sardinien

Dagegen oder dafür, dass ist die Devise auf den sardischen Tribünen. Sassari oder Cagliari? Diese Frage hat eine ganz besondere Situation auf der Insel geschaffen und teilt die Anhänger in zwei Bündnisse oder Gemellagi wie die Italiener sagen. Das klassische Sardinien Derby zwischen Torres Sassari und Cagliari Calcio wird auf Grund des großen sportlichen Unterschieds extrem selten ausgetragen. Das letzte Pflichtspiel geht auf das Jahr 1989 zurück. Daher wird die Rivalität auf die Spiele der Bündnisanhänger ausgeweitet. Das Nord-Sardinien-Derby zwischen Olbia (Pro Cagliari) und Torres gilt derweil als Gradmesser. Im Jahr 2017 kamen ein paar schlaue Funktionäre auf die Idee, ein Vorbereitungsspiel zwischen Torres und Cagliari zu veranstalten. Die Anhänger aus der Inselhauptstadt nahmen diese Einladung dankend an und fuhren unbeobachtet von der Carabinieri mit vier Reisebussen nach Sassari und nahmen kurzerhand das Bahnhofsviertel auseinander. Ein heftiger Polizeieinsatz konnte Zusammenstöße gegnerischer Fans verhindern. Im Nachgang wurde von bürgerkriegsähnlichen Zuständen und natürlich mehr Polizeiüberwachung gesprochen. Als Cagliari 2015 in die Serie B abgestiegen ist, gab es in mehreren "Pro-Sassari" Städten Autokorsos und symbolische Beerdigungen des Vereins.
Ultras Tifo Sconvolts Furiosi Cagliari Calcio Fans
Bildquelle: gentlemanultra.com/2015/07/17/cagliari-serie-a-b-alternative-club-guide/

Angeheizt durch den Sieg der Meisterschaft 1970 entwickelte sich in Cagliari sehr frühzeitig ein fanatisches Publikum. In den 80ern galt die Kurve lange Zeit als innovativste, bunteste und in Sachen Choreographien als spektakulärste Italiens. In dieser Zeit gründeten sich auch zahlreiche Gruppen, wie die Ultras Curva Nord, Eagles 1985, Sconvolts und I Furiosi. Viel Respekt verdienten sich die Sarden durch ihre Reisefreudigkeit. Denn trotz 13 stündiger Fährüberfahrt (pro Richtung) und unzähligen Stunden auf dem Festland folgte immer eine größere Anzahl den rot-blauen. Doch politische Einflüsse setzten der Fanszene schwer zu. Sconvolts und I Furiosi (die Wütenden) kristallisierten sich zu den beiden Hauptgruppen der Kurve, allerdings mit unterschiedlichen Ansichten zu Politik, Gewalt und Mentalität. Erstgenannte sahen sich apolitisch, wohingegen die Furiosi sich dem extremen rechten Flügel öffneten. Daraus entstanden unterschiedliche Bündnisse mit anderen Fanszenen. Fast traditionell unterhalten die Sarden ein Bündnis mit Foggia. Aber auf Grund von politischer Verbundenheit entwickelte sich ein rechtsoffenes Bündnis aus Furiosi, Verona und Inter. Die politischen Differenzen eskalierten im Jahr 2003, als bei einem Heimspiel Furiosi und Verona Ultras mehrere Mitglieder der Sconvolts angriffen. Diese schworen Rache und reisten zum nächsten Gastspiel in Verona verdeckt an. Sie schafften es unbemerkt zum Treffpunkt der Curva Sud Verona und griffen diese unvermittelt an, was zu über 30 Verhaftungen und unzähligen Verletzten führte. Verona zollte den Sconvolts später viel Respekt für diese Tat, da sie fair und ohne Messer stattfand. Die internen Machtkämpfe führten letztendlich zur Auflösung der Furiosi, wobei diese auch längst überfällig war. Denn bereits 1992 verloren sie auf sehr schmerzliche Art und Weise ihre Heimfahne. Das Heimspiel gegen AC Mailand wurde von Minute zu Minute chaotischer, Bengalos und Steine wechselten die Eigentümer. Angeblich wurde auch ein Kind durch eine Fackel am Kopf verletzt, was die Furiosi dazu veranlasste das Stadion zu verlassen um den Gästefans ein Besuch abstatten zu können. Diese nutzten wiederum den spontanen Ausflug und ergatterten im Stadion die unbewachte Fahne. Danach zog sich eine wilde Straßenschlacht quer durch die Stadt bis zum Hafen. Die Milanisti schafften es dennoch zur Fähre und hissten dann zum Hohn der ganzen Stadt die große Furiosi Fahne auf dem Schiff. Trotz eines weiteren Fahnenverlustes an Ancona löste sich die Gruppe erst nach den internen Streitigkeiten mit den Sconvolts auf.

Torres Sassari Tifo Calcio Stadion Ultras Fans
Bildquelle: https://www.seftorrescalcio.it/sede/

Die erste Ultra Gruppierung in Sassari wurde Mitte der 70er Jahre gegründet. Die Ultras Cappuccini, benannt nach einem Stadtteil, setzten den Grundstein. 1979 folgten die "Panthers", welche durch einen kleinen sportlichen Erfolg die ersten Auswärtsspiele außerhalb der Insel begleiten durften. Weitere Gruppen sind die Indians 1982, Nuova Guardia, Total Kaos, Teddy Boys und Autonomi. Doch unterschiedlichste interne Probleme, mangelnder Nachwuchs und vermutlich auch der sportliche Misserfolg ließen die meisten Gruppen verschwinden. Als größte aktive Gruppen gelten heute die Ultras Torres Sassari (UTS) und Nuova Guardia. Partnerschaften pflegen diese vor allem mit Gubbio aus Umbrien, Pro Patria, vereinzelt und teilweise veraltet Brescia, Pescara und Savona. Durch das Anti Cagliari Bündnis steht vor allem Tempio aus Sardinien hoch im Kurs. Neben den Cagliari Bündnispartnern auf der gleichen Insel werden auch die Anhänger von Spezia, Rimini und Novara nicht sonderlich gern gesehen. Trotz sportlicher Talfahrt, Bankrott und auf langer Sicht ohne große Hoffnung auf Besserung stellt Torres einiges auf die Beine. Sowohl im Bereich der Mannschaftsunterstützung, wie auch im Krawallbereich gegenüber Cagliari.

Tifo Calcio Stadion Ultras Fans Nuoro
Bildquelle: Twitter @Nuoro_VerdeBlu

Für Choreographien und eine gewisse Gewaltaffinität sind auch die Ultras aus der Bergstadt Nuoro bekannt. Die Wurzeln der Fanszene gehen auf das Commando Ultra Gradinata aus den 80er Jahren zurück. Eine Gruppe welche offiziell nie aufgelöst wurde, aber dennoch nach und nach verschwand. In den 90er Jahren schlossen sich vermehrt Jugendliche zu Gruppen zusammen. Darunter die Sconvolts Nuoro. Diese mussten sich nach einer Reihe von Verhaftungen allerdings 1999 auflösen. Jüngere, relativ aufstrebende Gruppen sind Kaos Nuoro und Ultras Nugoro. Damit bereiten sie der fünften Liga einiges an Abwechslung. Nuoro gehört zum Pro Cagliari Bündnis.

US Tempio Tifo Calcio Stadion Ultras Fans
Bildquelle: Facebook @Sardegna del Tifo. "Museo del Materiale Ultras Sardo"

Tempio ist der größte Verbündete von Sassari und auf Grund der geographischen Lage kurz vor Olbia auch nicht selten Schlachtfeld. Bestehend sind die Ultras Tempio, daneben gibt’s (teilweise auch historisch) Collectivo Azzurro, Rangers und Senza Tregua. Neben Sassari pflegen die Anhänger von Tempio noch Kontakte nach Arzachena und Gubbio. Das letzte Spiel gegen Olbia ist zwar auch schon wieder ein paar Jahre her, aber die Rivalität beim sogenannten Derby di Gallura ist enorm.

Tifo Calcio Stadion Ultras Fans Calangianus
Bildquelle: https://ilnobilecalcio.it/2019/07/17/calangianus-la-terza-squadra-piu-antica-della-sardegna/

 

Zwischen Calangianus und Tempio befindet sich die "Bündnisgrenze". Nur 9 km Landstraße teilen die zwei Städte. Das Ultraherz pocht vor allem bei alten Bildern von Calangianus sehr hoch. Mit der Brigade Giallorosse hatte das kleine Städtchen eine Truppe, die in den 80ern weit über die Küsten Sardiniens Bekanntheit erlangte. Bis 2012 konnte deren Fahne bewundert werden, doch Repressionen setzten den Männern zu sehr zu. Erst 2015 gründeten Jugendliche die Gruppe Giuventu Ultras Calangianus und wollen seit dem die rot-gelben Farben der Stadt vertreten. Wert wird vor allem auf eine enge Partnerschaft mit der Curva Mare di Olbia gelegt.

Olbia Calcio 1905 vs. US Alessandria

In der Fanszenen Übersicht darf natürlich Olbia Calcio 1905 nicht fehlen. Auf die kleine Szene der Hafenstadt wird hier im Spielbericht etwas näher eingegangen. Olbia liegt im Nordosten der Insel und ist als viertgrößte Stadt durch Industrie, Fähr-und Flughafen geprägt. Sonderlich sehenswert ist sie nicht, aber für ein Stadtbummel bei Schlechtwetter reicht es allemal.

Das Stadio Bruno Nespoli befindet sich inmitten eines Wohngebietes. Leider geht die Namensgebung auf ein tragisches Ereignis zurück. Bruno Nespoli spielte mit 23 Jahren 1959-1960 seine erste Saison im Tor für Olbia. Am 15. Spieltag kam es beim Spiel gegen Carrara in der 35. Minute zum Zusammenstoß mit dem gegnerischen Stürmer. Nespoli erlitt einen schweren Schädelbasisbruch und verstarb nur zwölf Stunden später im Krankenhaus. Noch im selben Jahr wurde ihm zu Ehren das Stadion umbenannt. Zuvor war es nach dem faschistischen Politiker Armando Casalini benannt. Rund 3.200 Zuschauer passen offiziell hinein. Es besteht aus einer Stahlrohrtribüne für etwa 700 Gästefans, einer unübedachten Stehplatz Betontribüne, sowie einer überdachten Haupttribüne. Die vier Flutlichtmasten sind fast von überall in der Stadt zu sehen.

Olbia Stadion Calcio Fußball Football

 

Eine weite Anreise hatten wir an diesem Sonntagnachmittag nicht. Von unserer Unterkunft in San Teodoro waren es nur knapp 30 Minuten bis zum Stadion. Dort kann man relativ problemlos in einen der vielen Straßen im Wohnviertel parken. Der Kartenverkauf lief trotz Personalisierung ziemlich schnell. Von der Verkäuferin wurde uns noch ein freundliches "Forza Olbia" mit auf dem Weg gegeben. 25 € für Serie C Haupttribüne ist schon ein stolzer Preis, aber bei über 30 Grad und Sonnenschein wollten wir nicht unbedingt in der Sonne brutzeln. Weiterhin ist die Heimkurve für mich als Groundhopper auch ein selbstauferlegtes tabu.  Typisch für ein Urlaubsgebiet waren auch erneut einige Touris im Stadion, die meisten mit Trikots ihrer Heimatvereine. Die heimischen Ultras, welche in einer Bar gegenüber der Haupttribüne sich auf das Spiel einstimmten, würdigten diesen Leuten aber nur genervte Blicke.

Die Gäste reisten heute aus der Region Piemont an. Alessandria liegt nahezu exakt im Herzen des Städtedreiecks von Turin, Mailand und Genua. Die erfolgreichen Zeiten des Clubs liegen leider weit zurück. 13-mal konnte man in der Serie A starten, bis dann ab den 60er Jahren der langsame, schrittweise Abstieg begann, welcher Italien üblich im Bankrott endete. Abgesehen von Wettskandalen und Verurteilungen in diesem Zusammenhang, kämpft man sich langsam wieder nach oben.

Olbia Stadion Calcio Fußball Football
Olbia Stadion Calcio Fußball Football

 

Leider durfte nur die Mannschaft aus Alessandria zum heutigen Spiel anreisen. Gästefans mit der Herkunft Piemont wurde durch die nationale Beobachtungsstelle für Sportveranstaltungen der Zutritt zum Stadion verwehrt. Von früheren Zusammenstößen zwischen Olbia und Alessandria konnte ich nichts lesen. Wahrscheinlicher sind Auseinandersetzungen zwei Wochen vor dem heutigen Spiel in Carrara, bei der angeblich sechs Polizisten durch Alessandria Fans verletzt worden sind.

 

In Olbia hat sich ebenfalls frühzeitig eine fanatische Anhängerschaft gegründet. Zurückzuführen ist das vermutlich auf die zahlreichen sardischen Derbys und der daraus entwickelten Rivalität der Städte. Als bekannteste Gruppe geht die Brigate Bianche (Weiße Brigade) aus dem Jahr 1987 in die Geschichte ein. In Olbia war die Kurve seit den 90ern immer relativ politisch rechts angehaucht, dennoch kam es nicht selten zu Meinungsverschiedenheiten innerhalb einer, sowie zwischen verschiedenen Gruppen. Heute steht man vereint hinter einer einfachen Olbia Fahne. Neben den Pro-Cagliari Bündnis pflegen die Olbiesi noch Kontakte nach Frosione.

 

Durch den Ausschluss der Gäste war natürlich die Würze aus dem Spiel genommen wurden. Ohne Gegner auf den Rängen fehlt irgendwie der Sinn des Kräftemessens auf dem Rasen. Bevor die Olbiesi ein paar Gesänge anstimmten, schwieg das Stadion eine Minute für einen ehemaligen verdienten Spieler, welcher ein paar Tage zuvor gestorben ist.

Bereits nach vier Minuten gingen die Gäste in Führung. Diese stehen mit ihren Aufstiegsambitionen auch unter Druck, denn die ersten beiden Spiele konnten nicht gewonnen werden. Mittlerweile ist die Truppe aber auf Tempo gekommen und siegte fünf Spiele in Serie. Darunter auch das heutige Spiel in Olbia, welches 0:3 endete.

Nationalmannschaft Sardinien

Zum Abschluss dieser kleinen sardischen Fußballumschau noch ein kleines Kuriosum. Sardinien besitzt seit November 2018 eine eigene Nationalmannschaft. Als nicht anerkannter Staat besteht nicht die Möglichkeit zur Aufnahme in die FIFA. Dafür gibt es aber die CONIFA, ein Dachverband für Minderheiten, staatenlose Völker und historische Regionen. Mitglieder sind u.a. Südossetien, Transnistrien, Franken und Nordzypern. Dieser Verband richtet auch Europa- sowie Weltmeisterschaften aus. Sardinien war auch schon für die EM 2019 in der Republik Arzach (Bergkarabach) gemeldet, sagte aber im Januar die Teilnahme ab. Übrigens darf sich Südossetien nach einem packenden Finale gegen Westarmenien vor 12.000 Zuschauern als Europameister küren. Auch wenn das ganze vielleicht lustig klingt, ist es dennoch ein klares Zeichen für mehr Unabhängigkeit von Italien.


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