Vereinsnamen ABC Süd-Ost-Europa

Einleitung: Der Vereinsname und das Wappen sind auf den ersten Blick die wichtigsten Identitätsmerkmale des Fußballs. Leider verkommt das Wissen darüber mehr und mehr.

Wer sich etwas mit dem Süd-osteuropäischen Fußball beschäftigt, stößt oftmals auf wiederkehrende Vereinsnamen, wie u.a. Buducnost, Željezničar, GKS, Mladost oder Radnik. Nicht selten sind diese Bezeichnungen Überbleibsel aus sozialistischen Zeiten. Das nachfolgende "Vereinsnamen ABC" soll etwas Licht, in die für uns nicht selten unaussprechlichen Namen, bringen. Vereine, die der klassischen Formel "Fußballklub + Ortsname = Vereinsname" entsprechen, sind hier natürlich nicht aufgeführt. Zur Auffrischung und Anregung sind auch immer sechs zufällig gewählte Vereinswappen zu jedem Land aufgeführt.

 

Wie ist diese Übersicht aufgebaut und wie bin ich vorgegangen?

 

Süd-Östlich der deutschen Bundesgrenze ist ein Großteil der Fußballvereine sozialistisch geprägt. Die Organisation der Klubs über Trägerbetriebe oder aus Betrieben heraus war in fast allen Ländern anzutreffen. Als Einstieg gibt es ein paar Begriffe, die überregional anzutreffen sind. Diese werden aber im Internet ausführlich erklärt und kommen hier nur kurz zur Geltung. Danach folgt Polen, denn die Vereine dieses Landes waren der Ursprung meiner Idee und sind daher etwas ausführlicher geschildert. Danach folgt Jugoslawien Allgemein, sowie alle Nachfolgestaaten im Speziellen. Alle weiteren Länder sind alphabetisch sortiert.

Ich habe versucht bei jedem Land alle Erstligisten zu erklären, sowie ein Großteil der Zweitligisten oder bekanntere Vereine die evtl. verschwunden sind. Das Internet weiß fast alles, aber viele Informationen, z.B. über die dritte moldawische Liga, finden sich auch in diesem Medium nicht. In der Regel bestand die Suche aus folgenden Muster: Schauen was Wikipedia in allen Sprachen über den Verein weiß. Darüber hinaus muss man sich auch die Beiträge über die Städte, Regionen oder die Geschichte des Landes genauer anschauen. Die Artikel sind pro Sprache unterschiedlich ausführlich, daher lohnt es diese zu wechseln. Ein Blick auf Maps lässt Namen zu Flüssen, Gebirgen, Regionen oder Stadtteilen entschlüsseln. Wenn das nicht hilft, wird versucht die Vereinschronik zu übersetzen, falls überhaupt vorhanden.

Falls ihr Anmerkungen habt, Fehler entdeckt oder weitere Informationen habt, würde ich mich sehr über ein Kommentar freuen!

Die Übersicht wird ab und zu ergänzt. Letzte Aktualisierung: 04.05.2020 (Korrekturen bei Polen und Ukraine).

Inhalt


Überregional / Sozialistisch / Sowjetisch

Einige Begriffe der Vereinsnamen finden sich überregional wieder. Wie zum Beispiel Dynamo in Deutschland, Russland, Kroatien, Ukraine oder in Georgien. Dieser Teil der Übersicht ist recht kurz gehalten, da andere Seiten im Internet das Thema ausführlicher aufgegriffen haben. In der Sowjetunion gab es verschiedene Sportgesellschaften. Überregional agierten u.a. Dynamo, Zenit, Spartak, Lokomotiv. Zusätzliche hatte nahezu jede Branche / Industriezweig / Gewerkschaft eigene, aber meist kleinere Sportgesellschaften sowie weitere in den Teilrepubliken.

 

Dynamo / Dinamo

Die 1923 in Moskau gegründete Sportgesellschaft Dynamo ist die Basis des sowjetischen Leistungssports. Die Schirmherrschaft übernahmen die sowjetischen Sicherheitsbehörden (GPU, KGB, NKWD, MWD). Die Sportler waren meist bei diesen Behörden angestellt. Die DDR, sowie viele weitere pro-sowjetische Regierungen übernahmen das Modell und die Bezeichnung. Für die DDR war die Volkspolizei, MfS und die Zollverwaltung für die Clubs verantwortlich.

Beispiele: Dynamo Dresden, Dynamo Moskau, Dinamo Tiflis, Dinamo Zagreb, Dynamo Budweis, Dinamo Minsk

 

Lokomotiv(e)

In der Sowjetunion war Lokomotiv einer der großen Sportgesellschaften. Die Mitglieder waren Angestellte im Eisenbahnwesen.

Beispiele: Lokomotiv Moskau, Lokomotiv Tbilisi, Lokomotiv Kyiv

 

Slovan

Ist eine Ableitung vom Begriff "Slawen". In der ehemaligen Tschechoslowakei bekamen Vereine den Namen zugeordnet, wenn sie einen der folgenden Trägerbetriebe angehörten: Öffentliche Verwaltung, Justiz, Gesundheits-Sozialwesen, Geld-Versicherungswesen oder Druck-/Verlagswesen.

Beispiele: SK Slovan Bratislava, FC Slovan Liberec, HC Slovan Usti nad Laben (Eishockey), Slovan Teplice (nur temporär)

 

Sokol = dt. Falke

Hierbei handelt es sich um eine 1862 gegründete Turnbewegung. Da die Bewegung national patriotisch ausgerichtet war, wurde sie zu NS-Zeiten, aber auch zu Sowjetzeiten verboten. Mit der Wiederbelebung 1989 steht der Breitensport im Vordergrund. Die Sokol Bewegung erreichte Polen, Kroatien, Bulgarien, Tschechien, Serbien, Slowakei, Ukraine und auch Österreich.

z.B.: Sokol Trojice Ostrava

 

Spartak

Als Spartak wird die Turn- und Sportvereinigung der UdSSR bezeichnet. Der Name leitet sich vom Sklavenführer Spartacus ab, welcher sich gegen die herrschende Klasse des römischen Reiches auflehnte. Die Spartak Vereinigung zielte auf die Arbeiter ab. Die Bezeichnung deutet also auf gewerkschaftlich / betrieblich organisierte Clubs hin.

Beispiele: Spartak Moskau, Spartak Trnava, Spartak Warna, Spartak Sankt Petersburg (Eishockey), Spartak Brno

 

Zenit

Eine eher unbekanntere sowjetische Sportvereinigung, abgesehen vom erfolgreichen Fußballverein aus St. Petersburg. Dennoch gehört Zenit zur Kategorie Gesamt-Sowjetunion-Sportvereinigung. Der Industriezweig dahinter gehört zur Verteidigungsindustrie (viel Metallverarbeitung).

Beispiele: Zenit St. Petersburg, FC Zenit Izhevsk, FC Zenit Irkutsk, FC Zenit Penza

 

ZSKA / CSKA / ЦСКА / SKA = Zentralny Sportiwny Klub Armii (Zentraler Sportklub der Armee)

Diese Clubs unterstanden der Leitung der Armee. Fast jeder Ostblockstaat hat einen Zentralen Club, welcher in seiner Sportart besonders gefördert wurde. In der DDR hatten die Armeeclubs die Bezeichnung "Vorwärts" in Verbindung mit einem ASK (Armeesportklub). Andere Bezeichnungen waren u.a. Dukla (Tschechoslowakei), Honved (Ungarn) oder WKS (Polen).

Beispiele: ZSKA Moskau, CSKA Sofia, ASK Vorwärts Frankfurt


Polen

Auch wenn die polnischen Vereinsnamen für unsere deutsche Sprache oft gewaltige Zungenbrecher sind, sind die Vereine und Wappen für mich die schönsten in Europa. Daher kam auch die Idee, diese zu übersetzen und Hintergründe zu recherchieren. Wie fast überall im ehemaligen Ostblock war ein Großteil der Vereine an Trägerbetriebe gebunden. Im Gegensatz zu Deutschland behielten viele Vereine die Namen nach der politischen Wende. Ein Grund dafür ist, dass viele Klubs erst nach dem zweiten Weltkrieg gegründet wurden und man sich auf ältere Clubs, welche keine polnischen Gründungsväter hatten, nicht mehr so gerne bezieht. Ein weiterer Grund ist, dass vor allem in Schlesien der Bergbau immer noch eine große Rolle spielt, somit ist es nicht verwunderlich, dass es zahlreiche Bergbausportbetriebe gibt.

 

Allgemeine Begriffe und Abkürzungen:

 

KP - Klub Piłkarski = Fußballklub

z.B.: KP Elana Toruń

 

KS - Klub Sportowy = Sportklub

z.B.: KS Cracovia

 

TS - Towarzystwo Sportowe = Sportverein

z.B. TS Podbeskidzie Bielsko-Biala

 

FKS - Fabryczny Klub Sportowy = Fabriksportklub

häufig aus der Stahlindustrie

z.B.: FKS Stal Mielec

 

GKS - Górniczy Klub Sportowy = Bergbau Sportklub

z.B.: GKS Tychy, GKS Katowice, GKS Belchatów

 

KKS - Kolejowy Klub Sportowy = Eisenbahnsportklub

z.B.: KKS Lech Poznan

 

RKS - Robotniczy Klub Sportowy = Arbeitersportverein

z.B.: RKS Garbania Krakow


WKS - Wojskowy Klub Sportowy = Armeesportklub

z.B.: WKS Śląsk Wrocław

 

MKS - hat mehreres Bedeutungen:

Morski = See Sportklub z.B.: MKS Pogoń Stettin

Międzyzakładowy = Betriebsübergreifender Sportklub z.B.: MKS Chrobry Głogów

Miejski = Städtischer Sportklub z.B.: MKS Miedź Legnica

 

MZK - Morski Związkowy Klub = Maritimer Union Sportklub

z.B.: MZK Arka Gdynia

 

CWKS - Cywilno Wojskowy Klub Sportowy = Zivil Militärischer Sportklub

z.B.: CWKS Resovia (Resovia ist ein alter Name für das heutige Rzesów)

 

OKS / LKS / ect.

Viele Abkürzungen beziehen sich auf den Stadtnamen mit dem Zusatz Sportklub.

z.B.: OKS Odra Opole - Opolski Klub Sportowy, LKS Lodz - Lodzki Klub Sportowy

 

S.A. - Spółka Akcyjna = Aktiengesellschaft

z.B.: Polonia Warszawa S.A., Legia Warszawa S.A.

 

Stal - dt. Stahl

Die Vereine sind der ortsansässigen Stahlindustrie verbunden. Oftmals nur geschichtlich.

z.B.: FKS Stal Mielec, Stal Stalowa Wola, Stal Krasnik, Stal Rzesów

 

Vereinsspezifische Namen oder Abkürzungen:

 

Arka = dt. Arche

Warum genau Gdynia sich als Arche betitelt, kann ich mir nur zur direkten Lage an der Ostsee herleiten. 

MZK Arka Gdynia

 

Błękitni = dt. die Blauen

1945 herrschte in Polen natürlich auch Knappheit. Im Verein waren damals auch Flüchtlinge aus Lemberg, die bei Czarnych Lwiw (die Schwarzen) gespielt hatten. Da es in der Knappheit aber nur Blaue Trikots gab, haben sie sich eben in die Blauen umbenannt.

KP Błękitni Stargard

 

Bruk-Bet Termalica

Bruk-Bet ist ein polnisches Baustoffunternehmen und Termalica eine Produktmarke. Ähnlich wie in Hoffenheim hat ein Mäzen ein kleines Dorf Nieciecza (ca. 750 Einwohner) zeitweise in die höchste polnische Liga geführt. Das Dorf zählt als kleinster Europapokalteilnehmer aller Zeiten.

Bruk-Bet Termalica Nieciecza

 

Chrobry = dt. Unerschrocken / Kühn / Tapfer

MKS Chrobry Głogów

 

Elana

In der Geburtsstadt des berühmten Astronomen Nikolaus Kopernikus entstand Anfang der 60er Jahre ein großes Polyesterfaserwerk namens Elana. Zu Spitzenzeiten arbeiteten dort 7000 Menschen. Elana Torun ist also ebenfalls eine ehemalige Werkself.

KP Elana Toruń

 

Garbania = dt. Gerben (Verarbeitung von Tierhäuten zu Leder)

Der Arbeitersportverein aus Krakau wurde bei der Vereinsgründung in den 1920er Jahren von Gerberbetrieben gesponsert.

RKS Garbania Kraków

 

Górnik = dt. Bergmann / Bergarbeiter

Klarer Bezug zum (Kohle-)Bergbau in Schlesien.

Górnik Zabrze, KS Górnik Konin, Górnik Polkowice

 

Gryf = dt. Greif(-vogel)

Der Greif ist das Wappentier der Region Pommern. Daher hat auch Weijherowo aus dem hohen Norden Polens das Tier aufgegriffen.

WKS Gryf Weijherowo

 

Jagiellonia

Als Jagiellonen wird eine polnisch / litauische Königsdynastie (1386-1572) bezeichnet. Um 1918 wurde eine Bewegung, welche verlorene polnische Ostgebiete anstrebte, als Jagiellonen bezeichnet. Erstaunlich ist, dass der königliche Bezug im Namen seit 1955 unter sowjetischer Herrschaft geduldet wurde.

Jagiellonia Białystok

 

Korona = dt. Krone

Die Krone ist Symbol der Stadt Kielce und auch des Vereins.

Korona Kielce

 

Lech / Lechia

Lech gilt als Urvater Polens. Nach einer Sage suchte er mit seinen Brüdern Čech und Rus neues Land für ihre Stämme. Einer Legende nach entstanden so Russland, Tschechien und Lechland, ein historischer Name für Polen.

Beispiele: KKS Lech Poznan, Lechia Gdańsk, Lechia Dzierżoniów

 

Legia

Polnische Legionen gründeten im heutigen ukrainischen Maniewicze 1916 einen Sportklub. Auf Grund vermehrter Kampfhandlungen zwischen Polen und Ukrainern wurde der Klub nach Warschau verlegt und der polnischen Armee angegliedert. Legia aus Warschau ist der einzige Armeeklub, welcher sich nicht (zwischenzeitlich) in WKS umbenennen musste.

Legia Warszawa

 

Miedź = dt. Kupfer

Der Verein hat Bezug zum Bergbau, in dem Fall ist Legnica für sein Kupfervorkommen bekannt.

MKS Miedź Legnica

 

Odra = dt. Oder (Fluss)

Die Stadt Opole liegt beidseitig am Fluss Oder.

OKS Odra Opole

 

Raków Częstochowa

Raków bezeichnet einen Stadtteil in Częstochowa.

 

Razwój

Hier gibt es zwei Begriffe zu klären. Im Vereinswappen erscheint zusätzlich das Wort Wujek. Das ist eine Miene bei Katowice, von deren Arbeitern der Verein 1925 gegründet wurde. Razwój selber lässt sich mit "Entwicklung" übersetzen und soll fördernd auf die Mitglieder wirken.

KS Razwój Katowice

 

Piast

Die Piasten waren eine Herrscherdynastie in Schlesien bzw. des frühen polnischen Staates. Diese stellten zahlreiche Könige und Herzöge zwischen dem 10. und 17. Jahrhundert.

z.B.: GKS Piast Gliwice, Piast Żmigród

Podbeskidzie

Übersetzt ist heißt es Beskidenvorland. So wird das Gebiet rund um die Stadt Bielsko-Biala in Südpolen genannt.

TS Podbeskidzie Bielsko-Biała

 

Pogoń = dt. Jagd / Verfolgung

Das Motiv einer Verfolgung ist ein wichtiges Wappensymbol im weißrussischen, aber auch litauischen und polnischen Raum. Das Wappen "Pogon" (oder im weißrussischen Pahonja) zeigt einen angreifenden Ritter auf einem Pferd. Die wichtige politische Bedeutung für dieses Wappen ist nur schwer zu greifen und hier wiederzugeben. Heraldiker können da gerne etwas mehr Forschung betreiben.

Beispiele: MKS Pogoń Stettin, Pogoń Siedlce, GKS Pogoń Grodzisk Mazowiecki, Pogoń Lwiw (Ukraine, aber Verein mit polnischem Bezug)

 

Polonia

Lateinisch für Polen. In der polnischen Sprache wird Polonia für die polnische Diaspora benutzt. Der Bezug zum Vereinsnamen ist vermutlich eher patriotischer Art.

Beispiele: Polonia Warszawa, Polonia Bytom, Polonia Bydgoszcz (Speedway)

 

Puszcza

Direkt übersetzt heißt es Wildnis / Urwald. Um letzteres geht es in diesem Fall. Die Stadt Niepołomice, östlich von Krakau, ist das Tor zu einem großen, fast unberührten Waldgebiet.

MKS Puszcza Niepołomice

 

ROW - Rybnickiego Okręgu Węglowego

Rybnik ist die Stadt. Okręgu Węglowego lässt sich als Kohleviertel übersetzen. Also Rybniker Kohleviertel.

KS ROW 1964 Rybnik

 

Ruch = Bewegung

Bei Chorzów ist damit nicht die körperliche Ertüchtigung gemeint, sondern die "Bewegung" der schlesischen Aufständigen. Diese haben am Anfang des 20. Jahrhunderts für eine Angliederung Oberschlesiens an Polen gekämpft. Wysokie Mazowieckie ist im Nord-Osten Polens ansässig, eine Verbindung zu den Aufständigen aus Schlesien lässt sich nur schwer erklären. Vermutlich ist hier tatsächlich die körperliche Bewegung gemeint.

Beispiele: Ruch Chorzów, KS Ruch Wysokie Mazowieckie, Ruch Radzionków

 

Sandecja

Abwandlung vom lateinischen Ortsnamen "Nova Civitas Sandecz" (Neu-Satz auf Deutsch, Nowy Sacz auf Polnisch).

Sabdecja Nowy Sącz

 

Siarka = dt. Schwefel

Bei Tarnobrzeg gab es einst den größten europäischen elementaren Schwefel Abbau. Das gelbe Gold verhalf der Stadt zu Reichtum und einem Fußballklub.

KS Siarka Tarnobrzeg

 

Śląsk = dt. Schlesien

Bezug auf die Herkunft des Vereins.

WKS Śląsk Wrocław

 

Stomil

Stomil war Polens größter Reifenhersteller und ist seit 2005 Bestandteil des Michelin Konzerns. Der Verein ging Pleite und wurde neugegründet. Erst mit anderer Bezeichnung, aber auf Druck der Fans bekam er erneut den Namen Stomil.

OKS Stomil Olsztyn

 

Warta

Der Verein hat absichtlich zwei Bedeutungen. Die Warta (auf Deutsch Warthe) ist ein Fluss, welcher durch Poznan fließt. Aber, ins Deutsche übersetzt heißt Warta "Wache". Das wird als Förderung des polnischen Selbstverständnisses gewertet. Denn zur Gründung des Vereins gehörte Posen noch zu Preußen.

KS Warta Poznan

 

Widzew Łódź

Bei Widzew handelt es sich um einen Stadtteil in Łódź.

 

Wigry

Die Stadt Suwałki liegt nahe dem See Wigry. See ist fast untertrieben, da dieser ähnlich groß und verflochten ist wie die Mecklenburgische Seenplatte.

Wigry Suwałki

 

Wisła / Wisłoka

Die Wisla (auf Deutsch Weichsel) ist der längste Fluss Polens. Die Wisloka ist ein Nebenfluss der Weichsel.

Beispiele: Wisła Krakau, Wisła Plock, Wisła Pulawy, Wisłoka Debica

 

Zagłębie

Wörtlich übersetzt bedeutet es (Kohle-)Becken / Revier. Gemeint sind also größere Kohlevorkommen. Hervorzuheben ist Zagłębie Dabrowskie. So wird eine Region in Schlesien genannt, die sich stark vom restlichen Schlesien unterscheidet. (Glauben, politische Ausrichtung, Gesellschaft)

Beispiele: Zagłębie Sosnowiec, Zagłębie Lubin

 

Zawisza

Zawisza Czarny war ein berühmter polnischer Ritter um die Jahrhundertwende 14/15, dem eine Heldentat zugeschrieben wird. Er eroberte bei der Schlacht von Tannenberg von den Deutschordensrittern die polnische Fahne zurück. Weiterhin rettete er während eines Kreuzzuges den ungarischen König. Daruf zurück geht ein noch heute gültiges polnisches Sprichwort: "sich wie auf den Zawisza verlassen".

Zawisza Bydgoszcz

 

Znicz

Das Sprungbrett von Robert Lewandowski hat ein Feuer im Herzen. Zumindest im Herzen des Wappens. Wörtlich übersetzt heißt Licht, Grablicht oder auch Kerze. Eine tiefgreifende Bedeutung konnte ich nicht herauslesen.

MKS Znicz Pruszków


Ex-Jugoslawien Allgemein

Auch wenn sich das Land auseinander dividiert hat, gibt es immer noch einige Gemeinsamkeiten. Auch bei den Vereinsnamen gibt es diese, da fast alle Klubs im Zeitraum 1920-1950 (neu-)gegründet wurden.

 

Bevor es länderspezifisch wird, ein paar Allgemeine Begrifflichkeiten:

 

FK / kryrillisch: ФК - Fudbalski Klub = Fußballklub

z.B.: FK Partizan Belgrad, FK Jagodina, FK Čukarički, FK Sarajevo

OFK - Omladinski Fudbalski Klub = Jugend-Fußballklub

z.B.: OFK Beograd, OFK Grbalj (Montenegro)

NK - Nogometni Klub - Fußballklub (eher kroatisch und slowenisch)

z.B.: NK Osijek

GNK - Građanski Nogometni Klub - Städtischer Fußballklub

z.B. GNK Dinamo Zagreb

HNK - Hrvatski Nogometni Klub - Kroatischer Fußballklub

z.B.: HNK Rijeka

RNK - Radnički Nogometni Klub - Arbeiter Fußballklub

z.B.: RNK Split

 

Borac = dt. der Kämpfer

Banja Luka: 1926 als Radnički sportski klub Borac („Arbeitersportklub Kämpfer“) gegründet. Der Aktivist, Autor und Partisan Veselin Masleša war einer der Gründer und wird mit folgenden Satz zitiert: "Wenn du für deine Rechte als Arbeiter kämpfst, warum gibst du dann dem Club nicht dem Namen Kämpfer?" Der Verein ist eng mit der (kommunistischen) Arbeiterbewegung verknüpft gewesen. Der Verein in Čačak wurde 1926 von der Arbeitergewerkschaft gegründet. Die zusätzliche Bezeichnung "Kämpfer" soll die Kampfeskraft- und Willigkeit des Klubs und der Gewerkschaft untermauern.

z.B.: FK Borac Banja Luka (Bosnien), FK Borac Čačak (Serbien)

 

Budućnost = dt. Zukunft

z.B.: FK Budućnost Banovići (Bosnien), FK Budućnost Podgorica (Montenegro), FK Budućnost Dobanovci (Serbien)

 

Čelik = dt. Stahl

In der Zeit Jugoslawiens beheimatete Zenica eines der größten Stahlwerke Europas. Dennoch besitzt der Verein keinen direkten Bezug zum Stahlwerk. Gegründet wurde dieser von Kriegsveteranen 1945. Die Bezeichnung Stahl soll einerseits Härte/Stärke demonstrieren, aber auch ein Bezug zur Stahlstadt Zenica herstellen.

z.B.: NK Čelik Zenica (Bosnien), FK Čelik Nikšić (Montenegro)

 

Grafičar = dt. Grafiker

Vermutlich eine Verbindung zur Druckereiindustrie.

z.B.: FK Grafičar Podgorica (Montenegro), FK Grafičar Beograd (Serbien)

 

Jedinstvo = dt. Einheit

z.B.: NK Jedinstvo Bihać (Bosnien), FK Jedinstvo Bijelo Polje (Montenegro)

 

Mladost / Mladi = dt. Jugend / Jung

Als Mladost werden viele Vereine, vor allem in Serbien und Bosnien bezeichnet. Ob dahinter eine (sozialistische) Jugendbewegung steht, konnte ich leider nicht ermitteln.

z.B.: FK Mladost Lučani (Serbien), FK Mladost Apatin (Serbien), FK Mladost Doboj Kakanj (Bosnien)

 

Napredek (serbisch) / Napredak (bosnisch) / Napredok (mazedonosch) = dt. Fortschritt

z.B.: FK Napredek Kruševac (Serbien), FK Napredak Donji Šepak (Bosnien), FK Napredok Kičevo (Nordmazedonien)

 

Polet = dt. Flug

Ich bin mir unsicher ob die Vereine etwas mit der Flugzeugindustrie zu tun haben, oder es auch im Sinne von "Überflieger" / "Aufwärts" übersetzt werden kann.

z.B.: FK Polet Ljubic, FK Polet Dorcol

 

Proleter

Die Vereine stammen aus der Klasse des Proletariats.

FK Proleter Novi Sad, Proleter Mihajlovac

 

Rad / Radnik / Radnički = dt. Arbeit / Arbeiter

Die Vereine waren oftmals Arbeiterorientiert, bzw. bezogen sich auf die Arbeiterbewegung. FK Rad Beograd wurde z.B. 1958 von einer Baufirma gegründet. Eine Übersetzung als Arbeiterverein / Gewerkschaft ist auch zulässig.

z.B.: Serbien: FK Rad Beograd, FK Radnički 1923 Kragujevac, FK Radnički Niš, FK Radnik Surdulica; Bosnien: FK Radnik Bijeljina

 

Rudar = dt. Bergmann

Der Verein bezieht sich vermutlich auf Bergbaubetriebe.

z.B.: FK Rudar Prijedor (Bosnien), FK Rudar Kakanj (Bosnien), FK Rudar Pljevlja (Montenegro), NK Rudar Velenje (Slowenien)

 

Sloboda = dt. Freiheit

z.B.: FK Sloboda Užice (Serbien), FK Sloboda Tuzla (Bosnien), FK Sloboda Mrkonjič Grad (Bosnien)

 

Sloga = dt. Eintracht

z.B.: FK Sloga Doboj (Bosnien), FK Sloga Jugomagnat Skopje (Nordmazedonien)

 

Sutjeska

Der Name gilt als Erinnerung an die Schlacht am Fluss Sutjeska. Diese galt 1943 als Wendepunkt für Jugoslawien im zweiten Weltkrieg. Ziel der Wehrmacht war es, Tito festzunehmen und die Partisanen zu vernichten. Das gelang in zwei Anläufen nicht und die Partisanen konnten durch diesen Sieg noch mehr Menschen auf den Balkan für ihre Aktivitäten mobilisieren. Die Schlacht fand in der Nähe von Foča statt. Aber auch die Bierstadt Nikšić nennt seit 1945, zu Ehren der getöteten Kommunisten, ihren Klub so.

z.B.: FK Sutjeska Foča, FK Sutjeska Nikšić

Bosnien & Herzegowina

Auch in Bosnien & Herzegowina finden sich interessante Namen, welche oftmals sozialistisch geprägt sind.

 

Vereinsspezifische Namen oder Abkürzungen:

 

Bratstvo = dt. Bruderschaft

NK Bratstvo Gračanica

 

Drina

Drina ist über weite Teile der Grenzfluss zwischen Serbien und Bosnien, mehrheitlich der Republika Sprska.

FK Drina Zvornik

 

Kozara

Kozara ist ein Mittelgebirge im nördlichen Bosnien.

FK Kozara Gradiška

 

Metalleghe-BSI

Es handelt sich um einen Sponsoren-Name. Metalleghe ist ein italienisches Unternehmen, welches BSI übernommen hat und den Club weiterhin finanziell unterstützt.

NK Megalleghe-BSI Jajce

 

Podrinje

Podrinje ist der slawische Name für das Drina Tal, welches sich von Bosnien bis Serbien erstreckt. Der Verein aus Janja bezieht sich auf diese Region rund um den Fluss Drina. Weiterhin gibt es noch ein Kanton namens Bosnisch-Podrinje, östlich von Sarajevo. 

FK Podrinje Janja

 

Tekstilac

Tekstila steht für Textil. Vor dem Jugoslawienkrieg war Derventa eine Industriestadt, vermutlich mit viel Textilindustrie.

FK Tekstilac Derventa

 

TOŠK = Tešanjski omladinski športski klub

deutsch: Tešanjer Jugend Sport Klub

NK TOŠK Tešanj

 

Velež

Unweit von Mostar erstreckt sich ein ca. 15 km langer Gebirgszug. Dessen Name lautet Velež.

FK Velež Mostar

 

Željezničar = dt. Eisenbahner

Der bosnische Rekordmeister aus Sarajevo wurde 1921 von Schaffnern und Eisenbahnern gegründet. Es war zur damaligen Zeit der einzige Verein, welcher multiethnisch aufgestellt war.

FK Željezničar Sarajevo, aber auch: FK Željezničar Banja Luka

 

Zrinjski

Dieser Zusatz bezieht sich auf das kroatisch-ungarische Adelsgeschlecht Zrinjski. Beheimatet war diese auf der mittelalterlichen Burg Zrin, südlich von Sisak. Wegen der kroatisch-nationalen Symbolik wurde der Verein in Jugoslawien verboten und erst 1992 neugegründet. Das HŠK bedeutet Hrvatski športski klub, also kroatischer Sportklub und bezieht sich damit klar auf die Ethnie der Kroaten in Bosnien & Herzegowina.

HŠK Zrinjski Mostar

 

Zvijezda

Ein Verein mit tragischer Klubgeschichte. Gegründet als kleiner Verein in den 80er Jahren im Bezirk Vareš. Dieser liegt mittig von Sarajevo und Tuzla. Eine damals auf Grund von Kupfervorkommen wohlhabende Gegend. Zvijezda (dt. der Stern) ist der Name eines Berges. Nach dem Jugoslawienkrieg wurde der Verein wegen ethnischer Spannungen umgesiedelt, in die Nähe von Bijeljina, im äußersten Nordosten Bosniens. Dort gründeten Männer mit zu viel Geld das größte (künstliche) ethnische Dorf auf dem Balkan. Dieses ist nicht zu verwechseln mit einem Open-Air Museum. Es besitzt zwei Hotels, Wellness, Spa und alles was dazu gehört. Und eben auch einen neu gegründeten Fußballverein, der geschichtlichen Bezug zum alten Zvijezda Klub hat.

FK Zvijezda 09

Kroatien

In Kroatien ist die Besonderheit, dass nach der Unabhängigkeit von Jugoslawien viele Vereine "kroatisiert" wurden. Am leichtesten war das, in dem sie ein "H" für Hrvatski vor die Abkürzung NK eingefügt haben. Einige Vereine wurden auch noch deutlicher umbenannt, wie z.B. NK Sesvete in NK Croatia Sesvete. Die bekannteste Umbenennung betraf Dinamo Zagreb. Die neue politische Führung wollte das kommunistisch angehauchte "Dinamo" aus dem Wortschatz gestrichen haben und nannte den Verein in "Croatia Zagreb" um. Diese Umbenennung hatte unerwartet heftige Proteste der Anhänger ausgelöst. Von 1993 bis 2000 hielten diese an, welche dann mit einer erfolgreichen Rückbenennung in Dinamo Zagreb endeten.

 

Vereinsspezifische Namen oder Abkürzungen:

 

Cibalia

Die Stadt Vinkovci ist uralt und besitzt eine lateinische Übersetzung: Cibalae. Davon abgeleitet entstand der Vereinsname Cibalia.

HNK Cibalia Vinkovci

 

Hajduk = dt. Heiducken

Als Heiducken wurden Gesetzlose im Südosteuropäischen Raum genannt. Der Begriff stammt ca. aus dem 16. Jahrhundert. Rückblickend werden diese Banden als wehrhafte Vertreter des nationalen und religiösen Widerstands gegen das Osmanische Reich angesehen.

z.B.: HNK Hajduk Split, Hajduk Kula (Serbien)

 

Hrvatski dragovoljac = dt. Kroatischer Freiwilliger

Ursprünglich war der Verein nach dem Zagreber Stadtteil Novi Zagreb benannt. 1994 wurde dieser in Hrvatski dragovoljac umbenannt, in Zusammenhang mit dem kroatischen Unabhängigkeitskrieg.

NK Hrvatski dragovoljac (Zagreb)

 

Inter / Inker

Der Verein Inter Zaprešić war lange nach dem Hauptsponsor INdustrija KERamike benannt. Nach Auflösung des Sponsorings wurde der Verein in Inter umbenannt.

NK Inter Zaprešić

 

Istra

Kroatisch für Istrien, eine historische Landschaft Kroatiens.

NK Istra 1961 Pula

 

Kamen-Ingrad

Ist ein Sponsorenname einer Steinverarbeitungsfirma. Die Fans des FC Schalke 04 erinnern sich bestimmt noch an diesen Club.

NK Kamen-Ingrad Velika.

 

Lokomotiva

Nachfolger des 1914 gegründeten Eisenbahnersportvereins Željezničarski športski klub Victoria. Die Umbenennung erfolgte 1948. Noch heute hupen einige Lok-Führer beim Vorbeifahren am Stadion.

NK Lokomotiva Zagreb

 

Lučko

Ist ein Stadtteil im südwestlichen Zagreb.

NK Lučko Zagreb

 

Marsonia

In Slavonski Brod gibt es noch heute eine riesige Festung. Bereits die Römer hatten dort eine Festungsanlage namens Marsonia.

NK Marsonia Slavonski Brod

 

Međimurje

Ist eine historisch-geographische Gegend im Norden Kroatiens.

NK Međimurje Čakovec

 

Neretva = bedeutender Fluss in der Herzegowina.

NK Neretva Metković 1919

 

Orijent

Der Verein aus dem Rijekaer Stadtteil Sušak besitzt eine interessante Namensgebung: Einer der Clubgründer verweilte in den USA und sah im Hafen von New York City ein Schiff namens Orient. Offensichtlich gefiel ihm der Name sehr gut, denn nach seiner Rückkehr nannten benannten sie den Verein so.

HNK Orijent 1919

 

Pomorac = dt. Seemann

Ebenfalls aus der Hafenstadt Rijeka stammt dieser Verein. Genau genommen aus dem Stadtteil Kostrena, welcher bekannt für seine Seefahrertradition ist.

NK Pomorac 1921

 

Slaven Belupo

Slaven = eine berühmte kroatische Familie gab dem Verein den Namen. Mehr ist nicht bekannt.

Belupo = Pharmazeutisches Unternehmen

NK Slaven Belupo Koprivnica

Montenegro

Übersetzt man den Namen des Landes ins Deutsche, dann verwundert es nicht so sehr, dass viele Vereine ihren Namen im benachbarten oder auch mal weit entfernten Gebirge suchen. Montenegro, Crna Gora = Schwarzes Gebirge. Dieses Land lebt von und mit den Bergen - das merkt man auch beim Fußball.

 

Nicht gelöst: Bokelj Kotor

 

Vereinsspezifische Namen oder Abkürzungen:

 

Dečić

Der Verein ist nach einem Hügel in der Nähe der Ortschaft Tuzi benannt.

FK Dečić Tuzi

 

Grbalj

Dieser Begriff bezeichnet eine historisch-ländliche Region an der Adriaküste, zwischen Budva und Luštica. Heute gehört diese zum Großteil zum Bezirk Kotor.

FK Grbalj Radanovići

 

Iskra = dt. Funke

Auf Grund mangelnder Informationen lässt sich eine tiefgreifende Bedeutung bisher nicht herausfinden.

FK Iskra Danilovgrad

 

Jezero = dt. See

Der Verein aus Plav ist nach dem gleichnamigen See benannt. Er heißt also Fußballklub See Plav und das schon seit 1948. Wobei Plav auch gleichzeitig der Ortsname ist.

FK Jezero Plav

 

Kom

Der Klub selber ist aus einem Stadtteil (Zlatica) der Hauptstadt Podgorica. Warum der Verein sich nach einem der größten (aber nicht der größte) Berg Montenegros nennt, ist mir nicht ganz klar. Der Berg ist über 70km (bedeutet dort 3h Fahrzeit) entfernt. Achja, der Bergzug heißt Komovi und der höchste Gipfel Kom Kučki.

FK KOM Podgorica

 

Lovćen

Der älteste Verein Montenegros leitet (wie viele andere auch) sein Namen von einem Berg ab. Der Lovćen ist 1749m hoch.

FK Lovćen Cetinje

 

Titograd

Diesen Namen hatte die montenigrinische Hauptstadt Podgorica von 1946-1992 als Würdigung von Josip Broz Tito. Interessanterweise benutzt der Verein erst seit 2018 wieder den alten Stadtnamen. Von 1991-2018 war es FK Mladost Podgorica.

OFK Titograd (Podgorica)

 

Zeta

Hierbei handelt es sich um ein mittelalterliches Fürstentum aus dem 11. Jahrhundert. Grob entspricht die Ausdehnung dem heutigen Montenegro. Ein Symbol des Zeta Fürstentums ist der Wolf auf dem Schutzschild eines Ritters. Dieser Wolf findet sich auch im Klubwappen wieder. Das Gebiet um den Golubovci wird weiterhin als Zeta bezeichnet (dort befindet sich u.a. der Flughafen von Podgorica).

FK Zeta (Golubovci)

Nordmazedonien

Die mazedonischen Vereinsnamen unterscheiden sich als erstes durch die verwendete Sprache. Albanisch oder Mazedonisch ist die Qual der Wahl. Dadurch ist auch die Zielgruppe des Vereins meistens schon vorgegeben. Orthodoxe Mazedonier werden nur ganz selten auf einen albanisch geprägten Verein halten.

 

Bashkimi = dt. Union

Der Verein aus Kumanovo repräsentiert die albanische Minderheit und nutzt deshalb die albanische Sprache im Vereinsnamen.

FK Bashkimi Kumanovo

 

Belasica

Hierbei handelt es sich um ein Gebirge im Dreiländereck Nordmazedonien / Bulgarien / Griechenland. Die Stadt Strumica grenzt an die Ausläufer dieses Gebirges.

FK Belasica Strumica

 

Cementarnica 55

Der Verein aus Skopje wurde 1955 gegründet und nach einer Zementfabrik benannt.

FK Cementarnica 55 (Skopje)

 

Horizont

Seit 2008 ist die Firma Horizont Hauptsponsor vom FK Turnovo und hat diesen gleich umbenannt.

FK Horizont Turnovo

 

Jugomagnat

Die Firma Jugomagnat hat 1989 den Verein FK Sloga übernommen und umbenannt. Der Verein war vor der Übernahme als Stadtteilklub aus Skopje extrem beliebt, trotz mangelnden Erfolgs. Das Geld für die Spieler sammelten die Bewohner untereinander ein.

FK Sloga Jugomagnat (Skopje)

 

Makedonija Gjorče Petrov

Makedonija heißt übersetzt ganz einfach Mazedonien. Der Verein hat aber noch den Zusatz Gjorče Petrov. Dieser war Mitglied der IMRO (Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation), welche ab 1919 eine revolutionäre Befreiungsbewegung in der Region Makedonien organisierten.

FK Makedonija Gjorče Petrov Skopje

 

Metalurg = dt. Metallurgie

Metallurgie ist ein nicht sehr gebräuchliches Wort. Es bezeichnet die Gesamtheit der Gewinnung und Verarbeitung von Metall. Also hat der Verein einen industriellen Ursprung.

FK Metalurg Skopje

 

Pelister

Bei Pelister handelt es sich um den höchsten Berg (2601m) des Baba Gebirges. Die Stadt Bitola liegt wenige Kilometer entfernt.

FK Pelister Bitola

 

Pobeda = dt. Sieg

FK Pobeda Prilep

 

Renova

Renova ist ein Handel- und Dienstleistungsunternehmen, teilweise auch Hersteller von Baustoffen. In Džepčište befindet sich eine Fabrik für Fertigputz. 

FK Renova Džepčište 

 

Shkëndija = dt. Funke

Ein Verein von Albanern für Albaner in ganz Jugoslawien. Shkëndija ist albanisch für Funke. Der Verein wurde wegen nationalistischen Bestrebungen in Jugoslawien verboten. 

KF Shkëndija 

 

Shkupi

Albanische Übersetzung für Skopje.

KF Shkupi

 

Teteks

Gründer des Vereins ist das Textilkombinat Teteks. 1953 erfolgte dieser Schritt. Eine große Rivalität herrscht zum KF Shkëndija , welcher ebenfalls aus Tetovo kommt.

FK Teteks Tetovo

 

Vardar

Der berühmteste Verein aus Nordmazedonien entstand aus einer Fusion von FK Makedonija und FK Pobeda im Jahr 1947. Die Fusion wurde im Kinosaal "Vardar" beschlossen. Vardar ist gleichzeitig der längste Fluss des Landes, welcher auch die Hauptstadt Skopje passiert.

FK Vardar Skopje

Serbien

Beim serbischen Fußball denkt man oftmals nur Schwarz-Rot. Partizan oder Roter Stern. Dabei ist Serbien vielfältiger und bietet auch interessante Vereine neben den zwei Platzhirschen.

 

Vereinsspezifische Namen oder Abkürzungen:

 

Banat

Das Banat ist eine historische Region, welche heute zu Teilen in Rumänien, Ungarn und Serbien liegt. Vor der Aufteilung in die drei Länder war das Banat so groß wie Belgien und sehr reich, auf Grund von Eisenerz und Kohle vorkommen, sowie fruchtbaren Ebenen. Historische Hauptstadt und Zentrum ist Timisoara.

FK Banat Zrenjanin

 

Crvena zvezda = dt. Roter Stern

Bei Wikipedia lässt sich folgendes Zitat finden: Nach zahlreichen Vorschlägen, unter anderem Mladost, Udarnik, Torpedo, Dinamo und Lokomotiva, sagte Ćosić: „Unser Verein sollte Stern heißen!“, woraufhin Žujović spontan hinzufügte: „Ausgezeichnet, wenn Stern, dann soll es Roter Stern sein“.

FK Crvena Zvezda (FK Roter Stern Belgrad)

 

Čukarički

Hinter diesem Zungenbrecher verbirgt sich ein Belgrader Stadbezirk. Der Verein ist im Ortsteil Banovo Brdo beheimatet, welcher zum Bezirk Čukarički gehört. Dieser hat 160.000 Einwohner.

FK Čukarički

 

IMT - Industrija Masina i Traktora

Industrie Maschinen und Traktoren, ein 1947 in Belgrad gegründetes Unternehmen, welches hauptsächlich Traktoren herstellt. Sitz des Unternehmens ist im Stadtteil Novi Belgrad.

IMT Novi Beograd

 

Javor

Die Stadt Ivanjica im süd-westlichen Serbien ist umgeben von einem Gebirge. Dieses wird Javor bezeichnet.

FK Javor Ivanjica

 

Kabel

Ein Verein aus Novi Sad, welcher 1932 von Arbeitern einer Fabrik namens Kabel gegründet wurde. Ob es sich tatsächlich um eine Kabelfabrik handelt, kann ich nicht genau sagen.

FK Kabel (Novi Sad)

 

Mačva = dt. Schwert

FK Mačva Šabac

 

Metalac

Metalac ist ein seit 1959 bestehendes Unternehmen. Es befasst sich mit der Produktion von Küchenmaschinen.

FK Metalac Gornji Milanovac

 

Partizan (Belgrad)

Der Verein wurde von Offizieren der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee (den sogenannten Partisanen) gegründet.

FK Partizan Belgrad

 

Sinđelić

Der Verein wurde nach Stevan Sinđelić benannt, ein Anführer im Ersten Serbischen Aufstand (1804-1813). Um eine Gefangenschaft durch die Osmanen zu umgehen, schoss er bei einer Schlacht in ein Pulverfass und tötete dabei sich und viele Soldaten. Als Mahnmal (und Warnung) gegen weitere Aufstände lies der osmanische Sultan die Ćele Kula errichten. Ein Turm aus Knochen und Schädeln, welcher heute noch mit einer Höhe von 3m im serbischen Niš besichtigt werden kann.

FK Sinđelić Beograd

 

Trajal / Obilićevo

Gegründet wurde der Verein 1933 als FK Obilićevo, benannt nach einer Pulvermühle in Kruševac. 2016 hat der Reifenhersteller Trajal den Verein übernommen.

FK Trajal Kruševac

 

Vojvodina

Die Vojvodina ist eine autonome Provinz in Serbien. Die Hauptstadt dieser ist Novi Sad.

FK Vojvodina (Novi Sad)

 

Zlatibor

Es handelt sich um einen Berg in der Nähe von Čajetina im westlichen Teil von Serbien.

FK Zlatibor Čajetina

Slowenien

Slowenien ist das am wenigsten Fußballbegeistertste Land aus dem ehemaligen jugoslawischen Bund. Ein Großteil der Vereine nennt sich ganz klassisch nach der Formel Fußballklub + Ort = Vereinsname. Ein paar Sonderfälle gibt es natürlich trotzdem:

 

Aluminij = dt. Aluminium

Wichtigster Arbeitgeber der Stadt ist ein Aluminiumwerk. Vermutlich als Arbeiterclub des Werkes 1946 gegründet.

NK Aluminij Kidričevo

 

Bela Krajina

Auf Deutsch Weiße Mark, ist eine historische Landschaft im Süden Sloweniens. Ethnisch eine sehr spannende Region. Es gibt reine serbische Dörfer, Romasiedlungen welche teilweise sehr gut integriert sind, teilweise sehr schlecht, Kroaten und gemischte Ortschaften.

NK Bela Krajina Črnomelj

 

Interblock

Vormals NK Ježica, wurde der Verein 2006 von der Firma Interblock aufgekauft und umbenannt. Die Firma stellt Spielautomaten her.

NK Interblock Ljubljana

 

NŠ Mura - Nogometna šola

Die Abkürzung NŠ steht für Fußballschule. Die Kleinstadt tangiert den Fluß Mura, welcher Namensgeber für den Verein ist.

NŠ Mura (Murska Sobota)

 

Tabor

So wird der Hausberg der Stadt bezeichnet.

NK Tabor Sežana

 

Triglav

Der Triglav ist mit 2864 m der höchste Gipfel Sloweniens. Drumherum befindet sich noch der Triglav Nationalpark. Ein paar Kilometer entfernt befindet sich die wunderschöne Stadt Kranj (Sehenswert!) mit dem Verein Triglav.

NK Triglav Kranj


Albanien

In der albanischen Sprache ist es nicht wie sonst gewohnt der FK oder FC, sondern der KF. Klubi i Futbollit - Verein und Fußball ist die am meisten genutzte Form. Daneben wird noch recht häufig KS - Für Klubi Sportiv genutzt. Albanien durchlebte viele politische Änderungen in den letzten 100 Jahren, daher haben fast alle Clubs zahlreiche Umbenennungen durchführen müssen. 1950 wurden sehr viele Vereine in Puna (= Arbeit) geändert.

 

Noch nicht gelöst:
KF Erzeni Shijack; KF Tërbuni Puka

 

Apolonia

In der Nähe von Fier liegt der antike Ort Apollonia, welcher nur noch eine Ruinenstätte ist.

KF Apolonia Fier

 

Besa

Dieses Wort ist in Albanien sehr wichtig. Es bedeutet so viel wie Glaube, aber tendiert eher Richtung ein Versprechen halten. Es ist auch ein populärer Vorname in Albanien. Warum der Verein diesen wählte, weiß ich leider nicht.

KF Besa Kavajë

 

Besëlidhja = dt. Bündnis

KS Besëlidhja Lezha

 

Bylis

Die Ruinenstadt Bylis wurde in der Antike von den Illyrern gegründet und befindet sich nur 5 km von Ballsh entfernt.

KS Bylis Ballsh

 

Egnatia

Der Name geht auf die römische Straße Via Egnatia zurück. Diese Verband Istanbul mit der Adriaküste und somit Italien. Auch heute soll die Strecke wieder etabliert werden. In Griechenland wird bereits ein Autobahnabschnitt so genannt.

KS Egnatia Rrogozhina

 

Flamurtari = dt. Fahnenträger

KS Flamurtari Vlora

 

Iliria

Die Illyrer war eine große Stammgruppe, welche auf der westlichen Balkanhalbinsel lebte.

KS Illiria Fushë-Krujë

 

Kastrioti

Ist ein albanisches Adelsgeschlecht aus dem Mittelalter. Deren Gebiete befanden sich in Nordalbanien.

KS Kastrioti Krujë

 

Kohrabi

Der Kohrab ist mit 2754 m der höchste Berg des Landes und befindet sich an der Nordmazedonischen Grenze. Die Stadt Peshkobia liegt in der Nähe des Berges.

KS Kohrabi Peshkobia

 

Luftëtari = dt. Krieger

KF Luftëtari Gjirokastër

 

Partizani

Der Verein wurde der albanischen Armee (nach dem zweiten Weltkrieg durchsetzt mit Partisanen) untergeordnet und vom Verteidigungsministerium kontrolliert.

FK Partizani Tirana

 

Shkumbini

Ist ein Fluss und ein Tal in Mittelalbanien.

KS Shkumbini Peqin

 

Skënderbeu

Der albanische Fürst Skanderbeg ist ein Nationalheld. Durch die Verteidigung seines Fürstentums gegen die Osmanen erhielt er vom Papst den Titel "Verteidiger des Glaubens" und "Kämpfer des Christentums".

KF Skënderbeu Korça

 

Teuta

Durrës hat auf Grund der vielen verschiedenen politischen Systeme häufig den Namen wechseln müssen. 1930 nannten sie sich erstmals Teuta und dann seit 1991 wieder. Teuta war eine illyrische Königin, ca. 230 v. Chr. Teuta ist auch auf der albanischen 100 Lek Münze abgebildet.

KF Teute Durrës

 

Vllaznia = dt. Wälder

Die Stadt Shkodra ist von den albanischen Alpen, so wie einer wasserreichen Ebene, Sümpfen und dem Skutarisee umgeben. Die üppige Vegetation ist vermutlich für den Namen verantwortlich.

FK Vllaznia Shkodër


Bulgarien

Allgemeine Abkürzungen:

 

PFK - Profesionalen futbolen klub - Professioneller Fußballclub

z.B.: PFK Beroe Stara Sagora, PFK Botew Plowdiw

 

Tschernomorez / Chernomorets / Cherno More

Tscherno more = Schwarzes Meer, teilweise wird es auch als "Bewohner der Schwarzmeerküste" gedeutet. Viele Klubs an der Küste nutzen diese Bezeichnung, auch in der Ukraine (z.B. Odessa).

z.B.: FC Chernomorets Burgas, FC Chornomorets Odessa, PFC Cherno More Varna

 

Vereinsspezifische Namen oder Abkürzungen:

 

Beroe

Im Stadtgebiet von Stara Sagora befindet sich eine antike Siedlung der Thraker (eine antike Volksgruppe). Diese Siedlung wird Beroe genannt.

PFK Beroe Stara Sagora

 

Botev

Christo Botew gilt als der Nationaldichter Bulgariens. Er lebte von 1848-1876 und war Dichter, Revolutionär und Anführer des Aprilaufstandes 1876 gegen die Osmanen. Er wurde bei diesem Aufstand getötet. Dennoch war die Revolte erfolgreich, da Russland einschritt und Bulgarien in die Unabhängigkeit führte.

PFK Botev Plovdiv, FC Botew Wraza, Botev Galabowo

 

CSKA - ЦСКА - Централен Спортен Клуб на Армията - Central Sports Club of the Army

Zentraler Sportklub der Armee

CSKA Sofia

 

Etar

Der Fluss im Ort Weliko Tarnowo heißt Yantra. Dessen slawische Übersetzung lautet Etar und bedeutet so viel wie fließendes Wasser.

FK Etar Weliko Tarnowo

 

Hebar

Hebar ist ein alter Name (geprägt von den Thrakern - siehe Beroe) des Flusses Maritsa, mit 480 km eines der längsten auf dem Balkan.

FC Hebar Pazardzhik

 

Levski

Wassil Levski (1837-1873) war führender Revolutionär und Gründer der Inneren Revolutionären Organisation. Mit Anfang 20 wendete er sein Leben ausschließlich der Befreiung des bulgarischen Volkes gegen die Osmanen zu, wofür er 1873 in Sofia gehängt wurde.

PFK Levski Sofia

 

Litex

Hierbei handelt es sich um einen der größten Konzerne in Bulgarien. Litex ist spezialisiert auf die Herstellung von Ölprodukten für die Automobilindustrie, stellt aber auch selber Automobile her und betreibt Tankstellen. 2016 entschied sich der Eigentümer aber die Mannschaft von Lovech nach Sofia zu CSKA zu transferieren.

PFK Litex Lovech 1921

 

Ludogorez

Das Spielzeug von Oligarch Kyril Domustschiew, ein Pharma-Unternehmer aus Sofia. Aber immerhin hat er den Club (noch) nicht umbenannt. Der Name Ludogorez geht auf Ludogorie zurück, eine historische Landschaft im Nordost des Landes. Die Bezeichnung geht auf das türkische zurück "Deliorman" - Verrückter Wald, auf Bulgarisch "Luda Gora".

PFC Ludogorez Rasgrad

 

Minjor = Bergarbeiter

Minjor Pernik

 

Neftochimik / Stroitel

Der Verein wurde von Bauarbeitern (bulg. Stroitel) der Großraffinerie Neftochim gegründet. Da diese Anfangs keinen Namen hatten, wurden sie als Stroitel gelistet. Nach Fertigstellung der Raffinerie bekam der Verein den Namen Neftochimik = Chemiearbeiter.

FC Neftochimik 1962 Burgas

 

Pirin

Ein Hochgebirge im Südwesten Bulgariens. Der höchste Gipfel ist der Wichren mit 2914 m.

FC Pirin Goze Deltschew, PFC Pirin 1922 Blagoewgrad

 

Septemvri = dt. September

100% konnte ich es nicht klären, aber meine Vermutung geht dahin, dass der Verein an den Septemberaufstand von 1923 erinnert. Bei diesen versuchte die Kommunistische Partei gegen die Regierung von Aleksandar Stambolijski zu putschen. Es blieb beim Versuch...

FC Septemvri Sofia


Estland

Nicht gelöst: JK Tammeka Tartu

 

Allgemein:

 

JK - Jalgpalliklubi = Fußballverein

z.B.: JK Tallinna Kalev, JK Narva Trans

 

Linnameeskond = dt. Stadtmannschaft

z.B.: Paide Linnameeskond, Maardu Linnameeskond

 

Vereinsspezifisch:

 

Flora

Der größte Sportverein Estlands hat sich die Göttin der Blüte als Namensgeberin auserkoren. Darauf abgestimmt sind die Vereinsfarben grün und weiß, welche für Wachstum, Reinheit und Ehrlichkeit stehen. Der Club wurde nach der Unabhängigkeit 1990 gegründet. Meine persönliche Herleitung ist, das die Symbolik die jetzt einsetzende Blütezeit durch ein eigenes Land darstellen soll.

FC Flora Tallinn

 

Kalev

Das Wort ist von dem altestnischen Wort "Kali" abgeleitet und bedeutet Macht, Stärke und Kraft. Weiterhin ist Kalev ein Held in der estnischen Mythologie. Der Kalevipoeg gilt als Nationalepos des Landes.

JK Tallinna Kalev, Tartu-Kalev (Eishockey)

 

Levadia

Der Ukrainer Viktor Levada übernahm 1998 den Verein Olümpia Maardu und nannte diesen um. Maardu ist ca. 15 km von Tallinn entfernt und man spielt seit einigen Jahren in der Hauptstadt.

FC Levadia Tallinn

Nõmme Kalju

Eines der wenigen Vereine, bei dem ich den Begriff auswendig kenne. Denn bei einem Kurztrip durch Estland erwarb ich für wenige Euro ein originales Trikot von diesem Verein. Nõmme ist ein Stadtteil von Tallinn. Wobei ich jetzt feststellen muss, dass ich es doch nicht 100% weiß. Denn bei Kalju finde ich keine richtige Bedeutung. Übersetzt heißt es Klippe, könnte aber auch Stein bedeuten. Tallinn liegt zwar am Meer, aber eine Klippe gibt es da auch nicht.

Nõmme Kalju FC

 

Trans

Gegründet wurde der Verein 1979 von Arbeitern eines Automobillieferanten. Nach der Unabhängigkeit wurde der Verein von einem Geschäftsführer eines Busunternehmens geführt. Ich bin mir unsicher ob daher die Umbenennung in Trans erfolgte. Erwähnenswert ist noch die Lage der Stadt. Diese befindet sich im äußersten Nordosten des Landes und ist als Grenzstadt zweigeteilt wie Görlitz. Das könnte auch etwas mit dem Namen zu tun haben.

JK Narva Trans

 

Tulevik = dt. Zukunft

Viljandi JK Tulevik


Griechenland & Zypern

Wegen der sprachlichen Gleichheit wird Zypern & Griechenland in einem Beitrag behandelt. In Griechenland gibt es zwei wiederkehrende Begrifflichkeiten. Versteht man diese, kann man viele Vereinsnamen an der Südspitze des Balkans erklären.

 

1.) Pan:

Dieses vorgesetzte Wortbildungselement bedeutet: Ganz, umfassend, voll, total oder alles.

Zum Beispiel: Panathinaikos = Pan Athinaikos - Ganz Athener (Sportclub...)

Oder eine Panamerika Tour = Eine Tour durch GANZ Amerika.

 

2.) Konstantinopel

An der Westküste der heutigen Türkei lebten bis in die 1920er Jahre viele Griechen. Unterschiedliche Allianzen im Ersten Weltkrieg führten zur Verfolgung, Vertreibung und Ermordung der osmanischen Griechen. Die überlebenden fanden Zuflucht in Griechenland und bildeten vor allem in den größeren Städten eigene Stadtteile und daraus letztendlich auch Vereine.

 

AE - Athlitiki Enosi = dt. Sportverein

zum Beispiel: AE Larisa, AE Limassol (Zypern)

 

GS - Gymnasticos Syllogos = dt. Turnverein

zum Beispiel: GS Apollon Athen

 

AEK - Athlitiki Enosi Konstantinoupoleos

Deutsch: Sportvereinigung Konstantinopel. Durch die Griechenverfolgung 1914-1923 mussten viele Griechen aus der Umgebung von Istanbul fliehen. Sie wollten an die glorreiche Vergangenheit von Istanbul (Konstantinopel) erinnern und nutzten ähnlich wie PAOK den byzantinischen Doppelkopf-Adler. AEK und PAOK sehen sich als Nachfolger des FC Pera, einen ehemaligen (griechischen Stadtteil-) Klub aus Konstantinopel.

AEK Athen

 

AEK - Athletiki Enosi Kition

Sportvereinigung Kition. Bei Kition handelt es sich um ein eisenzeitliches (also ca. 750 v. Chr.) Königreich auf Zypern. In der Nähe von Larnaka befindet sich die ehemalige Stadt Kition, welche nur noch eine Grabungsstätte ist.

AEK Larnaka (Zypern)

 

APOEL - Athlitikos Podosfairikos Omilose Ellinon Lefkosias

deutsch: Athletischer Fußballklub der Hellenen aus Nikosia.

APOEL Nikosia (Zypern)

 

Apollon

Griechischer Gott des Lichtes, der Heilung, des Frühlings, der Reinheit und Mäßigung, sowie Künste.

Apollon Athen

 

Aris

Die Bezeichnung geht auf den griechischen Kriegsgott Ares zurück, welcher auch Einzug in das Vereinswappen gefunden hat.

Aris Thessaloniki 

 

Asteras = dt. Stern

PAE Asteras Tripolis

 

Atromitos = dt. Furchtlos

1923 beschlossen einige Studenten aus Athen den Verein zu gründen und nannten ihn Furchtlos. Warum auch nicht.

Atromitos Athen

 

Doxa Katokopia

Katokopia ist ein Ort, ca. 35km, westlich von Nikosia. Nach der türkischen Besatzung 1974 lag dieser im türkischen Teil der Insel. Der Club zog auf die andere Seite der Grenze nach Peristerona um. Als Erinnerung behält er aber den Namen Katokopia. Doxa bedeutet übersetzt "Ruhm".

Doxa Katokopia FC

 

Enosis Neon = dt. Jugendunion

Enosis Neon Paralimni FC (Zypern)

 

Iraklis = dt. Herakles = lt. Hercules

Ist ein für seine Stärke berühmter griechischer Held.

Iraklis Thessaloniki

 

Nea Salamis Famagusta

Bei diesem Verein müssen zwei Dinge erklärt werden. Famagusta ist eine Stadt im Nordosten der Insel Zypern. Diese wurde 1974 von den Türken besetzt und liegt damit in der Türkischen Republik Nordzypern. Die Menschen und auch ihr Fußballverein mussten fliehen und fanden Unterschlupf in Larnaka. Salamis ist eine antike Stadt, in der Nähe von Famagusta gelegen. Nea bedeutet Neu. Die Vereinsgründer wollten quasi eine neue Stadtmetropole mit der Berühmtheit des alten Salamis schaffen.

Nea Salamis Famagusta (Larnaka / Zypern)

 

Olympiakos = dt. Olympia

Olympiakos Piräus, Olympiakos Nikosia

 

OFI - Omilos Filathlon Irakleiou

dt. Verein der Sportfreunde von Iraklio

OFI Kreta

 

Omonia = dt. Eintracht

Omonia Nikosia (Zypern)

 

PAOK - Panthessalonikeios Athlitikos Omilos Konstantinoupoliton

Deutsch: Panthessalonikischer Sportklub der Konstantinopler. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden griechische Bürger aus Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, vertrieben. Diese gründeten 1926 in Thessaloniki den Verein PAOK. Die Clubfarben Schwarz und Weiß stehen für Trauer über die Vertreibung, sowie für Hoffnung.

PAOK Thessaloniki

 

Panathinaikos

Heißt sinngemäß übersetzt: Gesamt-Athener-Sportklub. Abgeleitet ist das Wortgebilde von einem antiken Rhetoriker namens Isokrates. Ein Werk von ihm über die Athener Bevölkerung lautet Panathenaicus. In diesem Werk lobt er die Athener für ihre Bildung, demokratisches Verständnis und ihr militärisches Geschick.

Panathinaikos Athen 

 

Panetolikos

Eine Wortzusammensetzung aus Pan und Ätolien (auf Griechisch Etolia). Ätolien ist eine Landschaft in Westgriechenland. Der Vereinsname bedeutet also "Ganz Ätolien".

Panetolikos FC

 

Panionios

Das heutige türkische Izmir war früher als Smyrna bekannt und durch 40 % Griechen geprägt. Ionische Griechen waren vor allem für den antiken Ausbau und die Größe der Stadt bekannt. Diese mussten auf Grundlage des Vertrages von Lausanne die Region verlassen und flüchteten nach Griechenland. Viele landeten in Athen und gründeten dort den Stadtteil Nea Smyrna, so wie den Verein. Panionois geht also auf geflüchtete Ionier zurück.

Panionios Athen


Kosovo

Die Vereine des Kosovo sind ursprünglich jugoslawisch und damit sozialistisch geprägt. Da es in diesem Gebiet auch damals schon viele Albaner gab, sind mehrere Vereine entsprechend albanisch geprägt.

 

Ballkani

Der Club aus Suva Reka wurde 1947 gegründet. 1965 übernahm der örtliche Großbetrieb aus der Chemie- und Gummiindustrie den Verein. Wenn es richtig überliefert ist, hieß der Betrieb Ballkani.

KF Ballkani Suva Reka

 

Besa (siehe Albanien)

KF Besa Peja

 

Drenica

Bei Drenica handelt es sich um eine hügelige Region im Zentrum des Kosovo. Durch diese Region fließt auch der Fluss Drenica. Skënderaj ist neben Drenas eine der größeren Orte in der Region.

KF Drenica Skënderaj

 

Drita = dt. Licht

Warum der Verein aus Gjilan den Namen Licht gewählt hat, kann ich leider nicht sagen. Der Club ist seit der Gründung albanisch geprägt. Vielleicht gibt es in der albanischen Sprache eine erweiterte Bedeutung?

KF Drita Gjilan

 

Feronikeli

Der größte Arbeitgeber der Stadt Glogovac im Zentralkosovo ist (oder war) das Unternehmen Feronikeli. Es betreibt unweit der Stadt eine Mine sowie eine Fabrik zur Metallverarbeitung. Der Verein wurde 1974 gegründet.

KF Feronikeli Glogovac

 

Flamurtari = dt. Fahnenträger

KF Flamurtari Pristina

 

KEK = Korporata Energjetike e Kosovës

Der Verein wurde 1928 als KF Obilic gegründet. Er wird von der "Kosovo Power Coperation" gesponsert. In der Stadt befindet sich eines der zwei Braunkohlekraftwerke des Kosovo. Wann die Umbenennung erfolgte konnte ich leider nicht herausfinden. Weiterhin findet sich im Wappen der Name "Kastriot". Das ist die albanische Bezeichnung für den Ortsnamen. Obilic wird vermutlich nicht so gerne genutzt, da der Ortsname an den serbischen Nationalhelden Milos Obilic angelehnt ist.

KF KEK Obilic

 

Liria = albanisch für Freiheit

KF Liria Prizren

 

Llap

Durch Podujeva fließt der Fluss Llap, tatsächlich mit zwei L. Nach diesem Fluss wird auch die Region um die Stadt genannt.

KF Llapi Podujevë

 

Trepça 89

Ganz kurz gesagt ist Trepçaein Bergbauunternehmen in der Nähe von Mitrovica. Interessanter ist aber die Zahl 89 im Vereinsnamen. In jugoslawischen Zeiten als KF Rudar (Bergbauarbeiter) gegründet, wurde der Verein ende der 80er Jahre neu gegründet und "albanisiert". Die Jahreszahl 1989 soll auf den Trepça Streik hindeuten. Die Arbeiter der Mine streikten gegen die pro serbische Politik Jugoslawiens. Sie wollten ähnlich wie Slowenien und Kroatien Unabhängigkeitsprozesse in Gang setzen.

KF Trepça 89 Mitrovica


Lettland

Fußball spielt in Lettland keine wichtige Rolle. Neben Basketball und Eishockey kommt vor dem Fußball noch Winter- und Motorsport. Durch die EM-Quali 2004 konnte zwar ein kleiner Hype entstehen, aber so richtig nachhaltig war das leider nicht (trotz 0:0 gegen Deutschland in der Vorrunde). Ein Grund dafür sind extrem viele korrupte Sponsoren und Spielverschiebungen. Daher auch hier ein paar wenige Fußballnamen.

 

Auda

1969 gründete die Fischerei-Kolchose 9. Mai den Verein in Riga. Nach der Unabhängigkeit wurde der Fischereibetrieb in Auda umbenannt und der Verein gleich mit.

FK Auda Riga

 

Daugava

Die Daugava ist ein ca. 1020 km langer Fluss.

FC Daugava Daugavpils, FK Daugava Riga

 

Jaunība = dt. Jugend

FK Jaunība Riga

 

Skonto

Ein Kuriosum im europäischen Fußball. Denn den Rekordmeister (14 mal in Folge seit 1991 + 1x 2010, sowie 8x Pokalsieger) gibt es nicht mehr. 2016 wurde der Club nach finanziellen Schwierigkeiten aufgelöst. Skonto ist eine große lettische Baufirma.

FC Skonto Riga


Litauen

Litauen und Fußball sind zwei sehr unterschiedliche paar Schuhe. Litauen und Basketball passt da schon eher wie die Faust aufs Auge. Die Litauer sind tatsächlich Basketballverrückt. Das konnte ich zum Europa League Spieltag von Žalgiris Kaunas selber erleben. Die riesige Halle ist ständig ausverkauft und die Kneipen waren alle voll. Daher werden hier auch einige Basketballteams vorgestellt.

 

Atlantas = dt. Atlantik

Klaipeda als Hafenstadt liegt (natürlich) am Meer. Zwar am baltischen, aber warum auch immer hat man sich Atlantik genannt. Das würde ich als künstlerische Freiheit verbuchen.

FK Atlantas Klaipéda

 

Alita

Es handelt sich um einen Sponsorennamen. Alita stellt alkoholhaltige Getränke her. Die Firma stammt aus der Stadt Alytaus.

BC Alytaus Alita (Basketball)

 

Baltijos = dt. Ostsee

Baltijos Futbolo Akademija Vilnius

 

Banga = dt. Welle

Die Kleinstadt liegt in unmittelbarer Nähe zur Hafenstadt Klaipéda. Die Nähe zum baltischen Meer würde ich als Erklärung für den Namen Welle nutzen.

FK Banga Gargždai

 

Džiugas = dt. Freude

FK Džiugas Telšiai

 

Ekranas

2014 wurde der 7-fache litauische Meister aufgelöst. Seinen Namen erhielt er von dem litauischen Unternehmen Ekranas, welches zu Sowjetzeiten 1964 gegründet wurde und elektronische Geräte herstellt.

Ekranas Panevėžys FK

 

Lietuvos rytas

Neben Kaunas der zweitwichtigste Basketballclub aus Litauen. Der Name Lietuvos rytas stammt von einer Tageszeitung (Litauischer Morgen).

BC Lietuvos rytas Vilnius (Basketball)

 

Lietkabelis

Ein weiterer Sponsorenname. Es handelt sich um einen der größten Kabelhersteller im baltischen Raum.

BC Panevėžio Lietkabelis (Basketball)

 

Nevėžis

Hierbei handelt es sich um einen Nebenfluss der Memel.

KK Nevėžis Kėdainiai (Basketball)

 

Riteriai / Trakai

Die Inselburg in Trakai ist eines der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Litauens. Der Verein trug seit der Gründung 2005 bis 2018 den Namen der Burg. Danach wurde der Verein in Riteriai = dt. Ritter umbenannt.

FK Riteriai Vilnius

 

Sūduva 

Der Verein mit dem kultigen Logo bezieht seinen Namen von der historischen Landschaft Sudauen. Die Sudauer waren ein altpreußischer Stamm, welcher im süd-westlichen Teil des heutigen Litauens siedelten. 

FK Sūduva Marijampolė

 

Žalgiris = dt. Tannenberg

Die Schlacht von Tannenberg ist für die Litauer ein wichtiger Bestandteil ihrer Identität. 1410 schlugen sie das mächtige Heer des Deutschen Ordens, trotz Unterzahl. Eine eifrige Mythenbildung wird seit dem betrieben.

FK Žalgiris Vilnius, Žalgiris Kaunas (Basketball)


Moldawien (+ Transnistrien)

Das besondere an Moldawien ist, dass mit Sheriff Tiraspol der Rekordmeister des Landes aus einer anderen Republik kommt. Zumindest De-facto. Tiraspol ist die zweitgrößte Stadt Moldawiens und Hauptstadt der Republik Transnistrien. 

Leider ist das Interesse in Westeuropa am moldawischen Fußball sehr gering. Viele Informationen konnte ich bisher nicht finden. Mit dem Zerfall der Sowjetunion war das Land pleite und der Fußball natürlich auch. Fast alle Vereine die heute noch spielen wurden neugegründet.

 

Nichts gefunden: FC Milsami Orhei, FC Petrocub Hîncești

 

Codru = rumänisch für Wald

Nahe der Stadt Lozova liegt das Codru-Reservat. 

FC Codru Lozova

 

Dacia Buiucani

Dacia - genaue Beschreibung im Rumänienteil. Hat die gleiche Bedeutung. Buiucani ist ein Bezirk der Hauptstadt Chișinău.

FC Dacia Buiucani

 

Sfântul Gheorghe = dt. Heiliger Georg

Im Städtchen Suruceni befindet sich das Kloster Heiliger Georg. Ob das heute als Frauenkloster genutzte Gotteshaus der Namensgeber für den Verein ist, kann ich nur vermuten.

FC Sfântul Gheorghe Suruceni

 

Sherif

Sherif ist das größte Unternehmen Transnistriens und profitiert durch die internationale Isolierung der abtrünnigen Republik. Die Firma kann walten und Schalten wie sie möchte. Es besitzt Tankstellen, Supermärkte, TV Sender, ein Verlag und dutzende weitere Unternehmenszweige. 

FC Sherif Tiraspol

 

Speranța = dt. Hoffnung

CSF Speranța Nisporeni 

 

Zimbru

Das ist ein anderes Wort für den europäischen Bison, auch als Wisent bekannt. Den Namen hat der Verein nach der Unabhängigkeit Moldawiens gewählt. Das Wisent gilt als das Symbol Moldawiens.

FC Zimbru Chișinău 


Rumänien

Argeș

Ist ein Kreis in der Region Walachei und Pitești ist die Kreishauptstadt.

FC Argeș Pitești

 

Astra

lateinisch für Sterne.

FC Astra Giurgiu

 

Chindia

Das Wahrzeichen der Stadt ist der Chindia Turm, welchen der Herrscher der Walachei im 15. Jahrhundert erbauen ließ.

FC Chindia Târgoviște

 

CFR - Căile Ferate Române = dt. Rumänische Eisenbahngesellschaft

Der Verein aus Cluj wurde 1907 als Kolozsvári Vasutas Sport Club (Klausenburger Eisenbahner Sport Club) gegründet. Siebenbürgen (Transsilvanien) war damals noch ungarisch und wurde Rumänien 1919 zugesprochen.

CFR 1907 Cluj

 

Dacia Unirea

Unirea = dt. Union. Mit Dacia ist nicht die Automarke gemeint, sondern die historische römischie Provinz Dakien (lateinisch Dacia). Diese Provinz spiegelt ein Großteil des heutigen Rumäniens wieder. Eine Verbindung zur Automarke gibt es dennoch, denn auch diese leitet ihren Namen von der römischen Provinz ab.

FC Dacia Unirea Brăila

 

Farul = dt. Leuchtturm

Constanța, die fünftgrößte Stadt des Landes, ist eine Hafenstadt am Schwarzen Meer.

FC Farul Constanța

 

Gaz Metan

Der Arbeitersportklub ist seit der Gründung 1945 mit der Erdgasindustrie der Stadt verbunden. Vorherige Namen waren Flacăra (Flamme) und Energia. 1958 erfolgte die Umbenennung in Gaz Metan.

CS Gaz Metan Mediaș

 

Hermannstadt

Ein Name, der sicherlich erstmal mehr als ungewöhnlich erscheint. Es handelt sich dabei um den deutschen Namen der Stadt Sibiu. Noch heute leben dort etwas mehr als 1000 Deutsche. Es handelt sich um den Nachfolgeverein des 2015 aufgelösten CSU Vointa Sibiu. Trotz Neugründung verfolgen von Anfang an beachtliche 4000 Zuschauer die Spiele.

FC Hermannstadt (Sibiu)

 

Petrolul = dt. Öl

Im Großraum der Stadt Ploiești befinden sich mehrere namenhafte Erdölraffinerien. Gegründet wurde der Verein 1924 als Juventus Bucuresti, zog aber 1952 nach Ploiești um. Ab 1957 spielten Sie als "Öl" und gewannen mehrere Meisterschaften.

FC Petrolul Ploiești

 

Politehnica = dt. Politechnik

Unter Politechnik versteht man die Arbeitslehre. Warum sich Vereine so nennen, kann ich nicht genau sagen. Iași ist eine Universitätsstadt und beheimatet die erste rumänische Hochschule. Das ist für mich die einfachste Erklärung.

z.B.: FC Politehnica Iași, FC Politehnica Timișoara

 

Ripensia

Der Name geht auf die römische Provinz Dacia Ripensis (Ufer-Dakien) zurück. Der Verein war eigentlich seit 1948 verschwunden, aber einige Sympathisanten sicherten sich die Rechte am Namen und gründeten den Verein im Jahr 2012 neu.

FC Ripensia Timișoara

 

Sepsi

Die Stadt in der Mitte Rumäniens ist geprägt durch Ungarn, welche 3/4 der Bevölkerung darstellen. Sepsi ist eine Abkürzung für die ungarische Bezeichnung der Stadt: Sepsiszentgyörgy

Sepsi OSK Sfântu Gheorghe

 

Steaua = dt. Stern

Es ist der Verein der rumänischen Armee. Erst als CSCA (Zentraler Sportclub der Armee) gegründet, erfolgte 1961 die Umbenennung zu Steaua. Der Stern hat im Sozialismus besondere Symbolkraft und wird deswegen genutzt.

FC Steaua Bukarest

 

Universitatea = dt. Universität

Der Club aus Craiova wurde 1948 gegründet und stand in enger Beziehung zur dort ansässigen Universität. Noch bis 1994 unterstand der Verein dem Ministerium für Bildung.

CS Universitatea Craiova

 

UTA = Uzinele Textile Arad

Auf Initiative des Textilfabrikanten Francisc von Neuman wurde der Verein 1945 gegründet. Er war als Student in England und war begeistert vom FC Arsenal, daher wollte er dann auch einen Club gründen.

FC UTA Arad

 

Viitorul = dt. Zukunft

FC Viitorul Constanța


Russland

Bezüglich Zenit, ZSKA, Dynamo und Spartak: Siehe Absatz Überregional. Viele Vereine haben die sowjetische Namensgebung übernommen. Interessanterweise gibt es in den ersten beiden Ligen eine Vielzahl an Vereinen die eigene, zum Teil regional begrenzte, Begriffe in ihrem Vereinsnamen benutzen.

 

Achmat / Terek

Der 1946 als Dinamo gegründete Club trug von 1958-2017 den Namen Terek Grosny. Der Terek ist ein über 600 km langer Fluss aus dem Kaukasus, welcher im kaspischen Meer mündet und die Stadt Grosny nördlich tangiert. Im Laufe des zweiten Tschetchenienkrieges verschwand der Club. Durch den russischen Staat wurde dieser aber wieder ins Leben gerufen und vom Moska-Treuen tschetschenischen Präsidenten Achmat Kadyrow geleitet. Ihm zu Ehren wurde der Club 2017 umbenannt. Kadyrow selbst wurde bei einem Attentat 2004 getötet.

FK Achmat Grosny

 

Alanija

Das Team aus Wladikawkas spielte bis 1996 als Mitglied der Sportgemeinschaft Spartak. Wladikawkas ist die Hauptstadt der autonomen Republik Nordossetien, welche auch schon zu Sowjetzeiten Autonomie Rechte besaß. Im ersten Jahrhundert nach Christus entstand auf dem heutigen Gebiet von Ossetien der Staat Alanien bis dieser von den Mongolen zerstört wurde. Die im Nordkaukasus gelegene Republik Nordossetien hat heute offiziell den Zusatz Alanien. Auf diesen bezieht sich auch der Club seit Mitte der 90er Jahre.

FK Alanija Wladikawkas

 

Amkar

Der Club wurde von Arbeitern des Düngemittelwerkes 1993 gegründet. Der Name Amkar leitet sich von Ammoniak und Harnstoff (russ. Karbamid) ab. Lecker! Der Verein stieg schnell auf, strudelte aber schon um 2010 in finanzielle Schwierigkeiten. 2018 erfolgte dann die nicht abwendbare Auflösung.

FK Amkar Perm

 

Anzhi = dt. Perle

Die Hauptstadt der Teilrepublik Dagestan ist Machatschkala. Ein früherer Name war Anzhi-Qala - Perlenfestung. Das entspringt der kumykischen Sprache, eine turksprachige Ethnie in der Region.

Anzhi Machatschkala

 

Chertanovo

Bezeichnet einen Stadtteil im südlichen Moskau. Der Club wurde 1993 gegründet, klopft aber bereits an das Oberhaus an.

FK Chertanovo Moskau

 

Fakel = dt. Fackel / Flamme

Die Stadt Woronesch ist stark industriell geprägt. In der Stadt wird u.a. die Illjuschin Flugzeuge hergestellt, auf diese Fabrik geht die Gründung zurück. Aber in den 70er Jahren wurde der Club dem Kombinat der Chemieverarbeitung zugeteilt. Wer schon mal an Leuna vorbeigefahren ist, sieht dort ja auch immer wieder Fackeln lodern.

FK Fakel Woronesch

 

Jenissei / Yenisey

So lautet der Name des 3487 km langen Flusses, welcher u.a. durch Krasnoyarsk fließt.

FK Jenissei Krasnoyarsk

 

Krylja Sovetov

Die Übersetzung dazu lautet "Flügel der Sowjets" und geht auf die ursprüngliche Zugehörigkeit des Vereins wieder. Denn dieser ist eng verbunden mit der russischen Luftwaffe.

FK Krylja Sovetov (aber auch einige Clubs im Eishockey, u.a. in Moskau.)

 

Kuban

Die Stadt Krasnodar liegt am Fluss Kuban.

FK Kuban Krasnodar

 

Luch / Lutsch = dt. Strahl

1958 als Dynamo gegründet, erfolgte zeitnah die Umbenennung in Luch. Die Übersetzung Strahl klingt für uns vielleicht etwas hölzern, aber sie bezieht sich auf ein Werk aus Wladiwostok. Dieses war in der Elektro - Strahlen Industrie tätig, was genau die damals hergestellt haben, konnte ich der schlechten Übersetzung nicht entnehmen. Es klingt aber nach Radar-Technik für Schiffe.

FK Luch Wladiwostok

 

Mordowija

Die Stadt Saransk kennt man durchaus. Die Republik Mordwinien dagegen dürfte weniger bekannt sein. Die autonome Republik liegt zwischen Moskau und Wolga. Die Bevölkerung entstammt dem finno-ugrischen und entwickelte eine eigene Sprache. Seit den 70er Jahren schwindet die ursprüngliche Bevölkerung sehr stark.

FK Mordowija Saransk

 

Rotor

Der Club aus Wolgograd wurde 1929 von Mitgliedern der Stalingrader Trakorenwerke als Traktor Stalingrad gegründet und war bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges einer der besten Teams der Sowjetunion. Nach dem Krieg erfolgte die Umbenennung in Torpedo Stalingrad und dann 1975 in Rotor Wolgograd, nachdem auch die Stadt bereits seit 1961 nicht mehr Stalingrad hieß. Warum genau die Wahl auf Rotor fiel, konnte ich nicht lösen. Aber ein Rotor ist Mechanik (Bezug zur Traktorfabrik) und Bewegung (Bezug zum Sport), so erkläre ich es mir.

SK Rotor Wolgograd

 

Rubin

Fälschlicherweise wird angenommen, dass der seit 1964 gültige Vereinsname vom Juwel "Rubin" abstammt. Dieser soll stattdessen vom  Rubin-Radarsystem stammen. In Kasan gibt es ein großes Flugzeugwerk (Tupolev) und die dortigen Militärflugzeuge wurden mit diesem Rubin-Radarsystem ausgestattet.

FK Rubin Kasan

 

Schinnik

Dabei handelt es sich um eine Ableitung von dem Wort Schina = Reifen und vermutlich eine Anlehnung an den Gründungsnamen Chimik (Chemie). Die Stadt am goldenen Ring gehört zu den ältesten, schönsten und besitzt dennoch eine riesige Industrie. Darunter zählt u.a. ein großes Reifenwerk.

FK Schninnik Jaroslawl

 

Tekstilschtschik = dt. Textilarbeiter

Die Stadt Iwanowo, in der 1993 die Damen-Ringer-Europameisterschaften stattfanden, ist die russische Hauptstadt der Textilbranche. Daher stammt der Club vermutlich aus dem Umfeld dieser Industrie.

FK Tekstilschtschik Iwanowo

 

Tom

Die Stadt Tomsk liegt am Fluss Tom. Vorherige Namen des Clubs waren u.a. Torpedo, Manometer, Burevestnik und Tomles.

FK Tom Tomsk

 

Torpedo

Der Club aus Moskau wurde von der AMO Autombil Fabrik, später ZIS (Stalin-Automobil-Fabrik) und Likhachev Automobil Fabrik (ZIL). Nach dem Absturz der Sowjetunion ging auch die Fabrik nach und nach den Bach runter. Es kam zu Neugründungen, Fusionen und Pleiten von Torpedo Moskau.  Trotz Auflösung von ZIL überlebte Topedo mit einigen Auf und Abs.

FK Topedo Moskau

 

Tschaika = dt. Möwe

Die Kleinstadt Pestschanokopskoje liegt in der Nähe von Rostow am Don. Da das Meer viele Kilometer entfernt ist, ist die Möwe im Klubwappen die einzige weit und breit. Der Name wurde dennoch gewählt, da Andrej Tschaika ein ehemaliger Spieler von ZSKA Moskau, den Verein 1997 gründete.

FK Tschaika Pestschanokopskoje

Ural

Der Name hat zwei Bedeutungen, aber einen eindeutigen Bezug. Dieser lautet Uralmasch, gemeint ist damit eine Maschinenfabrik aus dem Jahr 1933. Früher war es eines der wichtigsten Fabriken der Rüstungsindustrie (u.a. wurde der T-34 hier hergestellt), wird heute vor allem Bohr- und Bergbautechnik produziert. Ural Jekatarienburg ist ein Betriebsclub dieser Fabrik. Zweideutig deswegen, da die Stadt am Uralgebirge liegt. Aber wie bereits erwähnt, steht der Name eher für die Fabrik.

FK Ural Jekatarienburg


Slowakei

Die Slowakei ist traditionell ein Eishockey Land. Daher ist die Anzahl der Fußballvereine begrenzt. Ein Großteil davon folgt der Formel FC + Ortsname. Nur wenige Klubs in den ersten beiden Ligen haben eigene Begriffe ergänzt. Bereits im Abschnitt "Überregional" aufgeführt sind die zwei bekanntesten Vertreter des Landes: Slovan Bratislava und Spartak Trnava.

 

DAC - Dunaszerdahelyi Atlétikai Club

Die Stadt Dunajská Streda liegt im Süden des Landes und wird mehrheitlich von Ungarn bewohnt. Dunaszerdahely ist der ungarische Name der Stadt. 1904 gegründet, konnte die Abkürzung erst 1968 wieder verwendet werden.

FC DAC Dunajská Streda

 

Dukla

Als Dukla werden die Armeesportvereine in der ehemaligen Tschechoslowakei genannt. Eine genauere Beschreibung gibt es bei Dukla Prag.

FK Dukla Banská Bystrica

 

Tatran

Eine eindeutige Übersetzung hab ich nicht gefunden. Ich gehe davon aus, dass der Name sich auf das nahe gelegene, aber nicht unmittelbar anschließende, Tatra Gebirge bezieht. Wobei die slowakische Übersetzung dafür Tatry ist. Vielleicht hat jemand der Leser eine bessere Erklärung. Bei Tatran handelt es sich immerhin um einen der besten slowakischen Teams in der Tschechoslowakischen Liga.

1. FC Tatran Prešov  

 

ViOn

Das Sonnenhof Großaspach der Slowakei. ViOn ist ein Hotel im beschaulichen Ort Zlaté Moravce. Der Chef des Klubs und des Hotels ist Viliam Ondrejka, daher die Abkürzung ViOn.

FC ViOn Zlaté Moravce – Vráble

 

Železiarne = dt. Eisenhütte

Der genaue Klubname lautet Futbalový oddiel Železiarní Podbrezová Šport Podbrezová: Fußballabteilung der Eisenhütte Podbrezová. Das Werk dominiert die Kleinstadt in der Mitte der Slowakei.

FO ŽP ŠPORT Podbrezová

 

Zemplín

Hierbei handelt es sich um eine Landschaft im Osten der Slowakei. Teile davon liegen auch im nördlichen Ungarn. Im Deutschen auch als Semplin bekannt.

MFK Zemplín Michalovce


Tschechien

Unsere tschechischen Nachbarn gehörten lange Zeit zur Fußballelite Europas. Auch in Zeiten der Tschechoslowakei dominierten die Prager Vereine die Liga. 20 Jahre lang sogar so sehr, dass immer nur die Prager den Meister stellten. Heute ist der Erfolg leider etwas abgeflacht und es erscheinen hier und da Sponsorennamen und künstlich geschaffene Vereine. Dennoch gibt es ein paar richtig schöne traditionelle Vereine, welche schon seit mehr als 100 Jahren gegen das runde Leder treten.

 

Baník = dt. Bergmann

Die Könige aus Ostrava haben ihren Namen dem Bergbau zu verdanken. Rund um die Stadt beherrscht Schwerindustrie aus den Bereichen Kohle, Stahl, Gas, Maschinenbau und Chemie die Szenerie.

FC Baník Ostrava, aber auch z.B. Baník Sokolov, FK Baník Most

 

Bohemians

Um 1927 war der tschechische Fußball einer der besten in Europa. Die australische Regierung lud daher tschechische Teams auf ihren Kontinent ein. Diese sollten den Sport populärer machen und die vielen Engländer bei Laune halten. Nur die Mannschaft aus dem Prager Vorort Vršovice nahm die Einladung an, da diese per Schiff sehr strapaziös war. Diese Reise prägte die Mannschaft so sehr, dass sie das Känguru als Symbol wählten. Da Vršovice wohl niemand in Australien kennt, nannten sie sich Bohemians, eine Ableitung vom englischen Böhmen (Bohemia).

FC Bohemians Praha 1905

 

Chmel = dt. Hopfen

Tschechien ist drittgrößter Anbauer von Hopfen. Rund um das Dorf Blšany ist eines der zahlreichen Hopfenanbaugebiete.

FK Chmel Blšany 

 

Dukla

Alle Armeesportvereine der Tschechoslowakei wurden in Dukla umbenannt. Diese Bezeichnung geht auf den Duklapass zurück, auf welchem 1944 die Soldaten bei einer 80-tägigen Schlacht die Befreiung ihrer Heimat begonnen haben.

FK Dukla Praha

 

Fastav

Bereits seit dem Jahr 2002 veräußert der Traditionsclub aus Zlín seinen Namen an Firmen. Seit 2012 darf sich Fastav glücklich schätzen. Dieses Unternehmen plant und baut kleinere Einkaufszentren und Supermärkte.

FC Fastav Zlín

 

Sellier & Bellot

Noch ein Unternehmensnamen, diesmal ein Munitionshersteller.

FC Sellier & Bellot Vlašim

 

Sigma

Der Verein aus Olomouc hatte ursprünglich viele Arbeiter des Stahlwerkes angestellt. Seit 1966 gehörte der Verein zum Sigma-Werk. Diese Fabrik stellt Großpumpen her.

SK Sigma Olomouc

 

Slovácko

So wird ein Gebiet im Südosten Tschechiens bezeichnet. Im Deutschen auch bekannt als Mährische Slowakei.

1. FC Slovácko (Uherské Hradiště)

 

Sparta

Der Verein aus Prag hat nichts mit der Spartak Sportvereinigung zu tun. Er leitet sich von der griechischen Stadt Sparta ab. Das AC steht für Athletik Club.

AC Sparta Praha

 

Viktoria = dt. Sieg

z.B.: FC Viktoria Plzeň, FK Viktoria Žižkov

 

Vysočina 

Neben dem Stadtnamen beinhaltet der Verein auch den Namen der Region Vysočina, auf Deutsch Hochland. 

FC Vysočina Jihlava


Ukraine

Die Vereine der Ukraine sind durch die Zugehörigkeit zur UdSSR natürlich sozialistisch geprägt. Die Wirtschaftskrise nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion traf auch den Sport sehr hart und viele Clubs gingen Pleite. Die recht ausgeprägte Oligarchen-Kultur in der Ukraine lies Ende der 90er / Anfang 2000er viele neue Vereine entstehen, wodurch teilweise sehr moderne Namen entstanden.

 

Ahrobiznes = Agrobusiness

Das Vereinswappen sieht aus wie ein Firmenlogo, daher gehe ich davon aus, dass es sich um eine Firmenbezeichnung aus dem Landwirtschaftssektor handelt. Die Ursprünge des 2015 gegründeten Clubs gehen auf einen Verein aus dem Jahr 1974 zurück, welcher als Mashynobudivnuk (Maschinenbau) Volochysk gegründet wurde.

FC Ahrobiznes Volochysk

 

Arsenal

Dieser Verein wurde erst 2001 als Arsenal neu gegründet. Die neuen Clubgründer wollten aber einen Bezug zum 1925 gegründeten Arsenal Verein herstellen. Das Arsenalwerk ist die berühmteste Fabrik Kiews. Erst als Militärproduzent, dann nach dem Krieg im Bereich optischer Geräte. Dort arbeitete auch Ljudmila Pawlitschenko, die effektivste Scharfschützin im zweiten Weltkrieg, mit 309 bestätigten Treffern.

FC Arsenal Kyiv, aber auch: Arsenal Bila Zerkwa, Arsenal Charkiw (beide haben sehr wahrscheinlich nichts mit der Fabrik zu tun)

 

Avanhard = dt. Avantgarde

Gegründet als Arbeiterclub zum Freizeitausgleich der lokalen Maschinenbaufabrik. Bis zur Umbenennung in den 2000er Jahren war der Verein als Prapor (dt. Flagge) bekannt. Traurige Berühmtheit machte der Club 2014, als der 16 jährige Torwart Stepan Chubenko von pro russischen Separatisten entführt und getötet wurde.

FK Avanhard Kramatorsk

 

Bukowina

Fans von Balkan Beat werden jetzt an Shantel und seinem Bucovina Club denken. Und das ist auch gar nicht so abwegig, denn die Großeltern von ihm kamen aus der Bukowina, eine historische Region welche heute zur Ukraine und zu Rumänien gehört. Czernowitz ist die Hauptstadt dieser Region.

FSK Bukowina Czernowitz

 

Desna

Gegründet wurde der Verein als Avantgarde und wurde 1961 in Desna umbenannt. So wird der Fluss vor Ort genannt.

FC Desna Chernihiv

 

Hirnyk = dt. Bergmann

Die Stadt Krywyj Rih ist das Zentrum einer riesigen Eisenerzabbauindustrie. Daher ist der Vereinsname Bergmann recht eindeutig. Obwohl der Verein erst 1998 neu gegründet wurde, bezieht man sich im Wappen auf das Jahr 1925. In diesem Jahr wurde im Ort der FC Karl Liebknecht gegründet.

FC Hirnyk Kryvyi Rih

 

Inhulets

Ebenfalls ein recht junger Verein, welcher aber mit einen interessanten Logo daherkommt. Siehe oben den "wütenden Bauern, mit Speer". Inhulets selber ist ein Fluss im Städtchen Petrove.

FK Inhulets Petrove

 

Karparty = dt. Karparten

Die Karparten sind ein osteuropäischen Hochgebirge. Die galizische Stadt Lwiw (Lemberg) liegt nicht wirklich an den Karparten, aber der Verein hat sich dennoch danach benannt.

FK Karparty Lwiw

 

Metalist

Der Verein wurde als Werkself eines Eisenbahnwerkes gegründet, welches noch heute in Charkiw produziert. Metalist lässt sich nicht direkt ins Deutsche übersetzen, bedeutet aber so viel wie Metaller/Metallarbeiter. Also eine Verbindung zur Metallverarbeitenden Industrie.

FK Metalist Charkiw

 

Rukh = dt. Bewegung

Bis 2019 hieß der Verein FK Rukh Vynnyky, benannt nach der Kleinstadt nahe Lviv, in welcher der Verein beheimatet ist. Seit 2019 nennt man sich aber FK Rukh Lviv, da dort auch die Spiele ausgetragen werden.

FK Rukh Lviv / Vynnyky

 

Schachtar / Schatjor / Shakhtar = dt. Bergarbeiter

Der Name leitet sich vom wichtigsten Industriezweig Donezk bzw. des Donbass ab. Die Ursprünge des Vereins gehen auf die metallurgischen Werke zurück. 1936 folgte darauf aufbauend die Gründung von Stachanowez Donezk. Stachanow war ein Bergarbeiter aus Lugansk, welcher die gültige Arbeitsnorm um 1457% überfüllte. Daraufhin gab es eine sowjetische Kampagne zur Allgemeinen Steigerung der Norm, die sogenannte Stachanowez-Bewegung.

FK Schachtar Donezk

 

Sorja = dt. Morgendämmerung

Der Verein geht auf eine Dampflokomotivenfabrik zurück. Der Verein fusionierte ein paar Mal in den 60er Jahren und dabei entstand der heutige Vereinsname, damals noch mit dem Stadtnamen Woroschylowhrad.

FK Sorja Luhansk

 

Wolyn

Der Name geht auf die historische Region Wolhynien zurück, aus dem der heutige Oblast Wolyn entstanden ist. Die Hauptstadt dessen ist Luzk. Die Region ist im äußersten Nordwesten der Ukraine.

FK Wolyn Luzk

 

Worskla

Die Stadt Poltawa liegt am Fluss Worskla, welcher Namensgeber für den Verein ist.

FK Worskla Poltawa


Ungarn

Auch Ungarn gehörte lange Zeit zur Elite des europäischen Fußballs. Unvergessen ist die goldene Elf der 50er Jahre. Finanzielle Schwierigkeiten prägten zuletzt lange Zeit die Clubs. Doch Viktor Orban hat gefallen am Fußball gefunden und lässt Systemtreue Vereine reihenweise neue Stadien errichten. Es wird ordentlich Geld in den Sport gepumpt, leider auch mit künstlichen Clubs wie aus Felscut.

 

Allgemeine Abkürzungen:

 

ETO - Egyetértés Torna Osztály = Allgemeine Gymnastikabteilung

z.B.: Győri ETO FC

 

 

MTE - Munkás Testedző Egyesület = Arbeiter Turn Verband

z.B.: Budafoki MTE

 

MTK - Magyar Testgyakorlók Köre = Kreis ungarischer Körpertüchtiger

z.B.: MTK Budapest FC

 

 

SE - Sport Egyesület = Sportverein

z.B.: Mezőkövesdi SE

 

TC - Torna Club = Gymnastikclub

z.B.: Ferencvárosi TC

 

TE - Torna Egylet = Turnverein

z.B.: Zalaegerszegi TE, Újpesti TE

 

Vereinsspezifische Namen:

 

Aqvital

Klassischer Sponsorenname, selbst für einen Dorfklub nicht zu Schade. Aqvital produziert alkoholfreie Getränke.

Aqvital FC Csákvár

 

Bodajk

Allgemein ist der Club als BFC Siófok bekannt. Das B steht nicht für Balaton, sondern für Bodajk. Denn mit dem Club aus Bodajk ist Siófok im Jahr 2005 fusioniert.

Bodajk FC Siófok

 

Csanád & Grosics

Der Verein aus Szeged benutzt zwei weitere Begriffe. Csanád ist der Verwaltungsbezirk im südlichen Ungarn, in Szeged sitzt die Verwaltung des Bezirkes. Weiterhin ehrt der Verein der ungarischen Torwartlegende Gyuala Grosics mit dessen Namen in der Vereinsbezeichnung. Grosics war Teil der goldenen Elf, welcher Olympiasieger, 4x Meister und 1954 Vizeweltmeister wurde. Für diese Vizeweltmeisterschaft und der damit verbundenen Niederlage gegen Deutschland im Finale wurde er von den Sicherheitsbehörden verfolgt und der Spionage bezichtigt.

Szeged-Csanád Grosics Akadémia

 

Dunakanyar = dt. Donauknie

Die Donau fließt bis zum Donauknie nahe der Stadt Vác fast ausschließlich von West nach Ost. Am Knie verändert sich der Verlauf fast rechtwinklig in Richtung Süden. 

Dunakanyar Vác FC

 

DVSC - Debreceni Vasutas Sport Club

Debreziner Eisenbahner-Sportclub

Debreceni Vasutas Sport Club

 

DVTK - Diósgyőr-Vasgyári Testgyakorlók Köre

Kreis zur Leibesertüchtigung der Eisenarbeiter von Diósgyőr

Diósgyőri VTK

 

Előre = dt. Vorwärts

Békéscsaba 1912 Előre SE

 

Ferencváros = dt. Franzstadt

Der Budapester IX. Bezirk Ferencváros ist nach dem österreichischen Kaiser Franz der I. benannt. Der erfolgreichste Club des Landes ist in diesem Stadtteil zuhause. 

Ferencváros Budapest Torna Club

 

Gyirmót

Bei Gyirmót handelt es sich um den Namen eines Vorortes von Győr. In diesem Ort ist der Verein ansässig.

Gyirmót FC Győr

 

Haladás = dt. Fortschritt

Der Eisenbahnersportverein wurde 1919 in Szombathely gegründet. 

Szombathelyi Haladás

 

Honvéd 

Ursprünglich wurde der Verein als Kispest AC gegründet, benannt nach dem Budapester XIX. Bezirk im Südosten der Stadt. Die Verantwortung für den Verein hat 1950 das Verteidigungsministerium übernommen und den Klub zum Armeesportverein umfunktioniert. Die ungarische Armee wird Honvédség genannt, das bedeutet so viel wie Landwehr / Landesverteidiger.

Budapest Honvéd FC 

 

MÁV - Magyar Államvasutak = Ungarische Staatseisenbahn

Szolnoki MÁV FC

 

Mecsek

Die Stadt Pecs liegt nahe dem Gebirges Mecsek, welcher Namensgeber des Vereins ist.

Pécsi Mecsek FC

 

Puskás Ferenc

Der persönliche Spielzeugclub von Viktor Orban aus der Kleinstadt aus welcher er stammt: Felscut. Benannt ist dieser nach Ferenc Puskás, der größten ungarischen Fußballlegende. 

Puskás Ferenc Labdarugó Akadémia

 

Rákóczi 

Benannt ist der Verein nach Franz II. Rákóczi, ein ungarischer Nationalheld. Er war Anführer eines Aufstands gegen die Habsburger. Der Club wurde 1923 von Arbeitern einer Zuckerfabrik gegründet.

Kaposvári Rákóczi FC

 

Újpest 

Die Lila-Weißen sind der älteste, noch existierende Verein Ungarns. Benannt ist der Verein nach dem IV. Bezirk im Norden von Budapest.

Újpest Budapest

 

Vasas

Der Verein wurde 1911 vom Verband der Eisen- und Stahlarbeiter gegründet. Das Wort Vasas leitet sich von Vas = Eisen ab.

Budapesti Vasas SC

 

Videoton / MOL

Das 1938 gegründete Unternehmen war bis zum Jahr 2018 Namensgeber des Vereins aus der Stadt, in welcher auch der Firmensitz ist. Videoton ist einer der größten europäischen Auftragshersteller für elektronische Bauteile. Angeblich war die Firma nie Vereinssponsor. Seit 2018 heißt der Club Fehérvár, eine Abkürzung des Stadtnamens Székesfehérvár. Der Zusatz MOL steht für den größten ungarischen Mineralölkonzern.

MOL Fehérvár FC

 

Zsóry 

Die Stadt Mezőkövesd im Nordosten Ungarns ist für seine Thermalbäder bekannt, die den Namen Zsóry tragen.

Mezőkövesd-Zsóry SE


Weißrussland

Neben Diktator Lukaschenka dominiert Eishockey den weißrussischen Sport. Dynamo Minsk ist Mitglied der KHL, der zweitbesten Eishockeyliga der Welt. Die Fußballabteilung von Dynamo Minsk schaffte es sogar einmal auf Platz eins der sowjetischen Meisterschaft, das war im Jahr 1982. In der Eishockeyweltrangliste Top 10 - im Fußball mit aktuell Platz 98 knapp in den Top 100. Das sagt viel über den Stellenwert des Fußballs aus.

 

BATE

Borisov Automobil und Traktor Electronics. Eine klassische Werksmannschaft. Die Fabrik stellt elektronisches Zubehör für die Automobilindustrie her.

FK BATE Baryssau (Borissow)

 

Belschina

Hierbei handelt es sich um einen großen Reifenhersteller. Der Verein wurde 1976 schon mit dem Zusatz "Reifen" (Shinnik) geführt und 1996 nach dem Unternehmen benannt.

FK Belshina Bobruisk

 

Dnjapro

Die ost-weißrussische Stadt liegt am Fluss Dnepr, wovon der Clubname abgeleitet ist.

FK Dnjapro Mahijou

 

Energetik-BGU

Die Abkürzung BGU ist russisch und steht für Belarus State University. Ob es sich bei Energetik um einen weiteren Sponsor oder um eine Fakultät handelt, kann ich leider nicht genau sagen.

FK Energetik-BGU Minsk

 

Islatch Minsk Rajon

Islatch ist ein etwa 100 km langer Fluss, welcher durch die weißrussische Hauptstadt fließt. Minsk Rajon bedeutet so viel wie Minsker Gebiet, damit repräsentiert der Klub das Umland um Minsk.

FK Islatch Minsk Rajon

 

Naftan

Hinter diesen Namen versteckt sich ein Unternehmen der Ölbranche. In Novopolotsk betreibt dieses eine Ölraffinerie.

FK Naftan Novopolotsk

 

Njoman = dt. Memel

Die Stadt Hrodna liegt am Fluss Memel.

FK Njoman Hrodna

 

Schachzjor = dt. Bergmann

In Salihorsk gibt es riesige Vorkommen an Kalicarbonat. Der Abbau prägt die Stadt und damit auch den Klub.

FK Schachzjor Salihorsk

 

Tarpeda BelAZ

Weißrussisch unterscheidet sich nur minimal zum russischen, Tarpeda-Torpedo ist so ein Unterschied. Diese Bezeichnung deutet immer auf Automobilindustrie hin und durch den Zusatz BelAZ wird das noch deutlicher. BelAZ hat sich auf die Herstellung von Großmuldenkippern und andere schwere Bergbaugeräte spezialisiert. Der Hauptsitz des Unternehmens ist seit 1948 in Schodsina.

FK Tarpeda BelAZ Schodsina


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